Archiv der Pressmitteilungen

Gegenüberstellung - Künstler der Galerie

Vom 19. Januar bis zum 29. Februar 2012 präsentiert die Galerie Utermann eine Gegenüberstellung ausgewählter Künstler aus dem Galerieprogramm. Meister der Moderne wie Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde korrespondieren mit zeitgenössischen Künstlern wie der Fotografin Vera Lutter oder dem Maler Horst Antes. Es bietet sich ein interessanter Einblick in die verschiedenen künstlerischen Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts. 
Weitere Künstler der Ausstellung: Abraham David Christian, Andreas Feininger, Lyonel Feininger, Karl Hartung, Emil Nolde, Christian Rohlfs, Norbert Tadeusz.


Karl Hartung Abstrakt Fritz Winter 


Bereits 1998 zeigte die Galerie einen ersten Dialog der beiden namhaften deutschen Nachkriegskünstler.

Die aktuelle Ausstellung vermittelt einen Einblick in die zeichnerischen, malerischen und bildhauerischen Wege deutscher Nachkriegskunst. Erstmals werden hierfür auch zahlreiche Arbeiten aus dem zeichnerischen (!) Nachlass des Bildhauers Karl Hartung (1908-1967), Ölbildern Fritz Winters (1905-1976) gegenübergestellt.

Die unterschiedlichen Variationen informeller Kunst werden sichtbar. Während Fritz Winter den totalen Weg in die Abstraktion beschritt, in seinen Arbeiten das freie Spiel von Form und Farbe erprobte, löste sich Karl Hartung nie ganz vom Gegenständlichen, sondern erforschte die Abstraktion organischer und anthropomorpher Formen.

Fritz Winter und Karl Hartung zählen zu den entscheidenden Wegbereitern abstrakter Kunst im Nachkriegsdeutschland. Selbstverständlich kommen beide Künstler in ihrem Schaffen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Sie verbindet allerdings die gleiche Geisteshaltung und vor allem der Drang zur autonomen Gestaltung.

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ (Paul Klee)

Martin Willing im Skulpturengarten der Galerie Utermann (06/11)

Martin Willings Skulpturen stehen in der Tradition der kinetischen Kunst eines Alexander Calder, Jean Tinguely oder George Rickey. Die Bewegung seiner Werke ergibt sich allein aus deren Beschaffenheit, aus der Verbindung von Form, Materialität and deren Verarbeitung. Der Künstler bezeichnet dieses Phänomen als „Eigenbewegung“. Diese stellt eine entscheidende Weiterentwicklung in der kinetischen Kunst dar, welche ihre Bewegung durch Motoren, Scharniere oder Gelenke generiert.

Martin Willing studierte Kunst an der Kunstakademie Münster und Physik an der Westfälischen Universität Münster. Er lebt und arbeitet in Köln.

 

FUTURING DORTMUND

Galerie Utermann zeigt EVA & ADELE im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 (04/10)

Zwei Gesichter sind miteinander verschränkt. Eine Linie formt zugleich Wangenknochen und Nase, formt Augenbraue und Lidfalte. Die Augen und Lippen sind geschminkt - zwei Frauen, verschmolzen in einer Symbiose, mag man denken. Was den Gedanken stört ist allerdings der Bartwuchs, der sich in kringelnden, kreisenden und kontrastierenden Bewegungen über das Blatt und beide Gesichter ausbreitet: Das Künstlerpaar EVA & ADELE zeigt in dieser Arbeit Persönlichkeit, Phantasie, Mut, Verletzlichkeit und den Kampf um Identität, dem es als lebendes Gesamtkunstwerk permanent ausgesetzt ist.

Die Zeichnung ist ein junges Werk dieser - wie Kunsthistoriker Robert Fleck sie bezeichnete - "hermaphroditischen Wesen", entstanden innerhalb der Werkreihe "TSG 1". Es ist nur eines der eindringlichen Werke, die die Galerie Utermann in der Ausstellung "Futuring Dortmund" präsentiert. Im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 zeigen EVA & ADELE neben zwei biografischen Skulpturen, einer Reihe von großformatigen Ölbildern, auch Zeichnungen und Collagen, die als Inspirationsquelle dienen und einen Einblick in den weitreichenden Schaffensprozess des Künstlerpaares ermöglichen.

Wer sich mit Werken von EVA & ADELE auseinandersetzt, kommt nicht umher, sich auch mit den Künstlern selbst zu beschäftigen. Beide - der eine als Mann, die andere als Frau geboren - rasieren sich ihre Schädel kahl, schminken sich auffällig und tragen die gleichen Kostüme, fast immer Kleider in rot- und rosafarbenen Tönen. Ihre Kleidung ist stets opulent, mit appliziertem Pelz oder Perlen, mit Glitter und Spitze, immer tragen sie Pumps. Ihr exzentrisches Auftreten macht das seit 1991(mit der Performance Hochzeit Metropolis) in dieser Form existierende Künstlerpaar zu den meist fotografierten Protagonisten der Kunstszene. EVA & ADELE spielen mit diesem Medienphänomen. Lassen sich die Fotos, die andere von ihnen schießen, zuschicken. Verarbeiten diese dann in farbigen Zeichnungen, Gemälden oder Collagen (CUM Projekt). Sie formen so ein medial weit verzweigtes Oeuvre, das sich aus Inszenierung, Performance, Zeichnung, Plastik und Malerei zusammensetzt.

Die großformatigen Gemälde zeigen stets das Konterfei des Paares. Immer ist es mannigfaltig mit der Komposition verwoben. Der Grund setzt sich aus zahlreichen kleinformatigen Zeichnungen zusammen - meist sind es Reisezeichnungen, die EVA & ADELE anfertigen, wenn sie mit ihrem rosaroten Wohnmobil unterwegs sind. Das Porträt des Künstlerpaares ist auf die Konturlinien der Gesichter reduziert, dafür jedoch immer in intensiven Farben über die Zeichnungscollagen gesetzt. Der EVA & ADELE - Doppelkopf verbindet sich mal mehr, mal weniger mit weiteren kompositorischen Elementen. So verbirgt sich im Werk Transformer-Performer "Green Sleeves" 2008, das Porträt des Paares hinter einer monumentalen Frau, die sich in extravaganter Pose in unzählige, weiße blütenartige Formen aufzulösen scheint, während die Arbeit Transformer-Performer "La Strada" 2005 die Gesichter in einem grellgrün klar und präzise vor dem hellen Grund, der farbigen Zeichnungen zeigt , in der Schicht darüber, eine theatalische Figur in pastoser schwarzer Ölfarbe. Das Werk Transformer-Performer "Königsberg" 2006 hat hingegen eine so dichte, malerische Struktur, dass die Einzelzeichnungen nicht mehr zu erkennen sind. Im endgültigen Werk verschmilzt so der Hintergrund mit dem Vordergrund, ist von diesem nicht mehr zu trennen.

EVA & ADELE leben, atmen, sprechen Kunst. Ihr Auftreten stellt sowohl ein Gesamtkunstwerk unter dem Zeichen der Körperkunst als auch ihre eigene Identität dar. EVA & ADELE sind EVA & ADELE, auch in ihrem Lebensalltag. Die als Mann geborene Eva entschied sich deshalb nach dem Transsexuellen Gesetz §1, ihren Namen und ihr Geschlecht in ihrem Pass ändern zu lassen. Ein aufreibender Prozess, in dem sich das Paar auf eine bürokratische Debatte zwischen Krankheit und Künstlerschaft einlassen musste. Die Erfahrungen hielten die Künstler in den Zeichnungen der eingangs besprochenen Serie "TSG 1" fest . Kunst und Leben, Werk und Öffentlichkeit werden von EVA & ADELE permanent verflochten. "Futuring Company" heißt eine andere Serie aus Gouachen, Aquarellen und Zeichnungen, die ebenfalls in der Galerie Utermann zu sehen sind. "Futuring" stellt einen zentralen Begriff dar, der das Oeuvre des Künstlerpaares umschreibt, in kunstgeschichtlicher Tradition, wie etwa Dada, Merz, Fluxus. Sie selbst haben diese Worterfindung ins Leben gerufen und geprägt . FUTURING - Zukunften - Zukunft machen, einen künstlerischen Kosmos schaffen, das neue Jahrhundert prägen. EVA & ADELE `s komplexes Werk , ihr Leben ,ihre Auseinandersetzung mit Kunst, ihre gesellschaftliche Reflexion, bildet eine singuläre Position in der Gegenwartskunst . "Wherever we are is museum", sagen sie - "Wo wir sind ist Museum". Wo immer EVA & ADELE sich und ihre Kunst zeigen, wo sie ausstellen oder auftauchen, bilden sie eine Plattform für persönlichen und künstlerischen Austausch. "Futuring Dortmund" ist der zentrale Ausgangspunkt, von dem das Künstlerpaar ihre komplex verwobene Konzeptkunst in die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 bringen wird.

 

Galerie Utermann auf der Art Cologne 2010 (04/10)

Auf der 44. Art Cologne präsentiert sich die Galerie Utermann mit ausgewählten Werken aus den Bereichen Malerei, Arbeiten auf Papier und Bildhauerei von der Klassischen Moderne bis in die zeitgenössische Kunst.

Hochkarätige Arbeiten der "Brücke" und des "Blauen Reiter" repräsentieren, zusammen mit Werken von Emil Nolde und Christian Rohlfs, die Zeit des Deutschen Expressionismus. Für die "Kunst nach 45" stehen informelle Arbeiten von Emil Schumacher, Fritz Winter und Karl Hartung.

Stark vertreten sind auch in diesem Jahr die Zeitgenossen. Vom italienischen "Transavanguardia" Künstler Mimmo Paladino zeigt Utermann das Großformat "losono qui" ("Ich bin hier") aus dem Jahr 1981. Das mythisch-kontemplative Sujet ("Arte Cifra") sowie die skulpturale Oberfläche der Mischtechnik sind ein anschauliches Beispiel für die genuine Bildsprache und Technik dieses außergewöhnlichen Künstlers.

Aus dem vielseitigen Œuvre von Horst Antes zeigt die Galerie u. a. das Ölbild "Grünes Haus mit Fensternische". Das Werk besticht durch die geometrisch - ausgewogene Komposition und Farbigkeit, die eine ruhige Stimmung evoziert. Eine Arbeit aus der Werkreihe der "Datumsbilder" erweitert das Angebot. In diesen Werken dokumentiert Antes einzelne Arbeitstage durch das prozesshafte (über-) malen bzw. (über-) zeichnen von Tages- Monats- und Jahreszahlen.

Parallel zur aktuellen Galerie-Ausstellung EVA & ADELE "Futuring Dortmund" (bis zum 22. Mai 2010) sind auch Werke dieser international bekannten Performancekünstler am Messestand in Köln zu sehen. Unter dem Motto "Wherever we are is museum" überschreitet das Künstlerpaar permanent und konsequent die Grenzen zwischen Kunst und Leben, zwischen Kunstbetrieb und Mediengesellschaft.

Über einen Besuch an unserem Stand B28/C29 in der Halle 11.2 würden wir uns sehr freuen.

Dortmund, im April 2010

 

UTERMANN auf der TEFAF 2010 in Maastricht (02/10)

Zur Premiere der neuen TEFAF Sektion "works on paper" präsentiert die Galerie Utermann ausgewählte Zeichnungen des Deutschen Expressionismus, der Klassischen Moderne sowie der westdeutschen Nachkriegs-Avantgarde.

Vom großen Zeichner des 20. Jahrhunderts Ernst Ludwig Kirchner hält Utermann beeindruckende Arbeiten bereit. Hervorzuheben ist hier u. a die Kohlezeichnung "Milly mit aufgestütztem Arm" von 1911. Der Akt zeigt die mehrfach durch Kirchner portraitierte Zirkusartistin Milly und ist zugleich ein anschaulicher Beleg eines neuen Figurentypus des Künstlers, der sich im Entstehungsjahr manifestierte.

Werke aus der Künstlergruppe des Blauen Reiter runden das Angebot der Expressionisten ab. Ein reizvolles Motiv von Franz Marc findet sich dabei auf dem Blatt "Liegender Hirsch" von 1910. Die dichte zeichnerische Komposition aus dem Skizzenbuch des Künstlers diente ihm als Vorstudie zu seinem Gemälde "Hirsch im Walde" von 1911.

Aus dem Bereich der zeitgenössischen Kunst zeigt die Galerie u.a. Werke von Horst Antes. In den "Indigo-Arbeiten" aus dem Jahr 2008 setzt sich der Künstler mit seinem - seit den 1980er Jahren - zentralem Motiv des Hauses als Metapher des Ichs auseinander.

Darüber hinaus freuen wir uns, Ihnen eindrucksvolle Werke der folgenden Künstler präsentieren zu können: Abraham David Christian, Lovis Corinth, Otto Dix, Lyonel Feininger, Karl Hartung, August Macke, Otto Mueller, Ernst Wilhelm Nay, Emil Nolde, Hermann Max Pechstein, Christian Rohlfs, Karl Schmidt Rottluff, Lesser Ury.

An unserem Stand 728 im Segment "TEFAF on paper" sind Sie herzlich willkommen.

Dortmund, im Februar 2010

 

Galerie Utermann zeigt Werke von Bruno Goller (10/09)

"Stille, Verharren und Beobachten" dominieren sein Werk. Dies schrieb Prof. Siegfrid Gohr, ehemaliger Direktor des Ludwig Museum Köln, in diesem Sommer über den stets zurückhaltend lebenden Maler Bruno Goller. Er zollte damit einem Künstler Tribut, der - so schweigsam er auch gearbeitet haben mag - nachhaltig die Kunstlandschaft in Deutschland prägte. Die Galerie Utermann widmet Goller eine neue Ausstellung, die am 1. November 2009 eröffnet. Die Vorbesichtigung findet am 30. Oktober 2009 von 11 bis 13 Uhr in den Räumen der Silberstraße 22 in Dortmund statt. Hierzu laden wir Sie herzlich ein.

Die Bilder von Bruno Goller sind delikat, leise und magisch. Mit seinen Kompositionen, die Frauenstatuetten, Frauenakte, Hüte, Regenschirme, Kleider oder Blumen beschreiben, schafft er eine Welt voller Alltagspoesie, die in seinen Bildern zum Stillstand kommt. Goller, 1901 in Gummersbach geboren und 1998 in Düsseldorf verstorben, hielt zu Lebzeiten stets an diesen Bildern fest. Er widmete sich nicht, wie zahlreiche seiner Zeitgenossen, der informellen oder abstrakten Malerei. Er konzentrierte sich ganz auf seine Figurenbilder, eine die Bilderwelt, die ihn stets beherrschte.

Als immerwährende Quelle galten für Goller die Bilder seiner Kindheit. Er wuchs bei seiner Mutter auf, die ein Putzmachergeschäft besaß. Dort spielte der kleine Junge zwischen Brokatstoffen und Hüten, Schneiderpuppen, Schleifenbändern und Stoffblumen. Die figürliche Starre der Schneiderpuppen und die schwere eines Brokatstoffes finden sich in seinen Kompositionen wieder. So zeigt sein Bild "Der Engel" (1966/1979, Öl/Lwd., 150 x 170cm) einen Engel, der kompositorisch streng in den oberen Bildraum eingespannt ist. Auf seinem Flügel zeichnet sich eine Rose ab, unter ihm befindet sich ein Stück blasser Stoff, vielleicht eine Schleife, gerahmt von reduzierter Ornamentik.

In seinen Zeichnungen offenbart uns Bruno Goller seinen Blick für das Delikate, Feine und Subtile. So fertigt er im Bild "Frau mit Hut" (Bleistift/Papier, 65 x 50cm) ein Damenporträt aus fedrig zarten Strichen. Wie hingehaucht wirkt es, jedoch reduziert der Künstler das Porträt auf bloße Konturen ohne jegliche Schattierung und entzieht ihm damit jeglichen Realitätsbezug. So wirken seine Bilder, trotz des von ihm gewählten Sujets, nie verspielt oder gar romantisch.

Bruno Goller blieb trotz seiner Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Düsseldorf ein wahrer Einzelgänger. Seine Bilder zu erwerben ist bis heute eine Rarität. So zurückgezogen der Künstler lebte, so zurückhaltend ging er mit seiner Kunst und Bildverkäufen um. Ein Großteil seines Werkes fiel zudem einer Bombendetonation im 2. Weltkrieg zum Opfer. Seine Bilder bleiben so, wie er selbst, Einsiedler der Kunstgeschichte.

 

Galerie Utermann zeigt ab dem 26. September 2009:

"Walter Bötticher, Emil Nolde und Christian Rohlfs begegnen Karl Ernst Osthaus" (09/09)

"Ohne die Mitwirkung der Kunst sind die wichtigsten Fragen des Lebens unlösbar." Dies schreibt Karl Ernst Osthaus, 1874 in Hagen geboren, zur Eröffnung des von ihm initiierten Folkwang-Museum im Jahre 1902. Zu Ehren dieses bedeutenden Kunstmäzens und Entwickler des großen "Folkwang-Gedankens" zeigt die Galerie Utermann eine neue Ausstellung, in der Arbeiten von Emil Nolde, Christian Rohlfs und Walther Bötticher zu sehen sein werden, allesamt ihm nahestehende Künstler. Eine Pressevorbesichtigung zur neuen Ausstellung findet am 18. September, von 10 bis 13 Uhr in den Räumen der Galerie Utermann, Silberstraße 22, in Dortmund, statt. Hierzu laden wir Sie herzlich ein.
Verbindungen zwischen dem berühmten Kunstsammler und den wichtigsten Künstlern des Expressionismus gibt es viele. Davon zeugen zahlreiche Briefkontakte, die noch heute im Osthaus-Archiv der Stadt Hagen einzusehen sind. Nicht ohne Grund gilt sein frühes Engagement für die junge Künstlergeneration als ein wesentlicher Beitrag zum internationalen Durchbruch der expressionistischen Kunst in Deutschland.
Walther Bötticher ist wohl der unbekannteste der drei Künstler, die in der Galerie Utermann ausgestellt werden. Unlängst wurde er als der bedeutendste Unbekannte der Folkwang-Schule bezeichnet. Seine Arbeiten werden durch den Einsatz auch teils ungewöhnlicher Farben unverwechselbar. Diese Farben, wie beispielweise ein leuchtendes Pink im Inkarnat eines Greises oder ein grelles Apfelgrün in der Natur, wirken jedoch niemals unnatürlich. Durch Raffinesse in der Komposition verbindet der Künstler Farben mit der Natürlichkeit des Ausdrucks und gelangt so zu einer, ihn einzigartig machenden, Expressivität. Neben Ölgemälden werden von Bötticher auch Druckgrafiken gezeigt, die zwar mit einer zurückhaltenden aber nicht minder spannungsvollen Farbigkeit bestechen.
Christian Rohlfs zieht bereits 1901, ein Jahr vor der Museums-Eröffnung nach Hagen, um in dem künstlerischen Umfeld Osthaus' zu leben und arbeiten. Die Farbigkeit und Ausdruckskraft seiner Gemälde haben den zurückgezogenen Holsteiner auch über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt gemacht. "Seine Malerei ist Musik der Farben", schreibt Karl Ernst Osthaus 1905 über die Wirkung der Bilder von Christian Rohlfs. Das Schicksal bringt Rohlfs jedoch nicht nur zu Osthaus. Der fruchtbare Kontakt mit dem Kunstsammler bringt ihn auch zu Emil Nolde, der seinerseits ebenfalls in Kontakt mit Osthaus steht.
Emil Nolde, der gerade in einer Retrospektive im Berliner Kupferstichkabinett gefeiert wird, verbindet mit dem bedeutenden Kunstsammler die Überzeugung, Kunst gehöre zum Leben, wie das Leben zur Kunst. So malt er auch heimlich während der NS-Zeit und übergeht das ihm auferlegte Malverbot. Es sind vor allem seine Aquarelle, in denen er Farbe und Dynamik entwickeln kann und die ihm zu großem Ruhm verhelfen. Seine Bilder verinnerlichen Vitalität und Freude, dennoch beinhalten sie auch immer eine Spur von Melancholie, von Vergänglichkeit.
Zum ersten Mal werden nun Werke dieser drei Künstler nebeneinander stehen und Bezüge untereinander hergestellt.

 

Die Ursprünge der europäischen Moderne auf der Art|40|Basel|10-14|6|2009 (06/09)

Die Galerie Utermann widmet den Künstlern des Deutschen Expressionismus ihren Stand auf der diesjährigen Art|40|Basel|10-14|6|2009. Die künstlerische Vielfalt wird nicht nur durch Namen wie Christian Rohlfs, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner und Lyonel Feininger spürbar; es ist der Blick auf eindrucksvolle Gemälde, farbenprächtige Aquarelle, Skulpturen und Zeichnungen, die die Ursprünge der europäischen Moderne des beginnenden 20. Jahrhunderts bezeugen.
Durch das gleißende Sonnenlicht schimmern die Baumstämme beinahe gräulich, die auf Christian Rohlfs Gemälde "Sonnenbeschienenes Waldstück" (1910, Öl auf Leinwand) den rot-goldenen Grund und dichtes, dunkles Laub durchbrechen. Ein Jahr nach Entstehung des Werkes hat der Künstler selbst seine Arbeit wohl am treffendsten beschrieben: "Ich will vor der Natur auch gar keine Bilder malen sondern mir bloß Material verschaffen. Dieses aber dann im Atelier mit Phantasie und Geisteskraft zu herrlichen Kunstgebilden umarbeiten."
Es ist das Sonnenlicht in einem sonst dunklen Waldstück, das die Phantasie des Malers beflügelt. Der pastose Farbauftrag formt farbenprächtige und dunkle Kontraste, formt Schemen, die wir als Bäume, Blätter oder Grund erkennen mögen. Sicher sind wir uns dennoch nicht. Die Farbspiele bilden nämlich vielmehr als ein bloßes Abbild der Natur: sie sind still und mystisch. So sagt Paul Vogt, herausragender Kenner des Rohlfs'schen Œuvre: "Seinen Arbeiten eignet diese Stille und Zurückhaltung, ja eine geheime männliche Kühle bei aller Hingabe an das sinnliche Erleben."
Kräftige Linien und zarte Verwischungen formen das Abbild des Verlegers und Buchdruckers Dr. Hans Mardersteig. Ernst Ludwig Kirchner zollt diesem künstlerisch umtriebigen Mann mit der Kohlezeichnung "Bildnis eines jungen Mannes" im Jahre 1912 Tribut. Mardersteig, stets auf der Suche nach der vollkommenden Schrift, arbeitet zeitlebens als Typograf, so erstaunt es nicht, dass Kirchner auf das ihm so liebe Medium der Zeichnung zurückgreift, um den Verbreiter der Bodoni-Schrifttype zu porträtieren. Denn kein anderes Handwerkzeug als die Kohle verrät so viel über die Handschrift eines Künstlers. Es ist die rasche, expressive Linienführung, die Kirchners Zeichnungen so besonders machen. Kompositorisch verschränkt der Künstler den Porträtierten eng mit dem Bildraum - so erscheinen Kopf und Torso vom Bildrand angeschnitten und verleihen der Zeichnung ihre Unmittelbarkeit; eines der wichtigsten Elemente expressionistischer Arbeiten.
Das unmittelbare Moment zeigt auch Emil Noldes farbenprächtiges Aquarell "Frauen in Neuguinea" (1914, Aquarell und schwarze Tusche auf dünnem Japanbütten). Seine Reise in die Südsee 1913/1914 und die dort ansässigen Ureinwohner inspirieren und faszinieren den Künstler mit ihrer Ursprünglichkeit und Lebensfreude und veranlassen ihn zu zahlreichen, farbenprächtigen Werken. Die Farbe, das für Nolde wichtigste Element, bekommt in diesem Bild durch ihre schwarze Kontur besonderen Ausdruck.

Am Stand P7/Halle 2.0 der Galerie Utermann werden außerdem Werke von Karl Hartung, Erich Heckel, Georg Kolbe, August Macke, Herman Max Pechstein, und Karl Schmidt-Rottluff zu sehen sein.

 

Vernissage März / April 2009 (03/09)

Bilder und Skulpturen der Klassischen Moderne, aber auch hochkarätige Werke von zeitgenössischen Künstlern zeigt die Galerie Utermann anlässlich ihrer diesjährigen Frühjahrsausstellung "Vernissage März / April 2009".
Verneigt hätte er sich vor den zahlreichen Bildern großer Künstler, die die Galerie Utermann im Rahmen ihrer Ausstellung "Vernissage März/April 2009" zeigt, denn er hatte immer ein Maler werden wollen. Georg Kolbe (1877 - 1947) ist Bildhauer geworden und prägte mit seinen Figurenskulpturen die Kunst des 20. Jahrhunderts. Neben Bildern von Emil Nolde, Christian Rohlfs und Ernst Ludwig Kirchner sind zwei Skulpturen Kolbes in der Ausstellung zu sehen.
"Empfindung ist alles", beschreibt Kolbe selbst sein Schaffen. Seine Figuren, zum größten Teil Aktdarstellungen, bestechen durch Bewegung und Dynamik, die die Figuren bis in die Fingerspitzen durchziehen. So zeigt sich die "Kleine Hockende" (1923, Bronze, Höhe 18,3cm) voll von Melancholie aber auch voller Ästhetik. Ihr Kopf ist an ihr angewinkeltes Knie gelehnt, ihr Gesicht ruht auf ihrem Handrücken. Ihr seelischer Zustand drückt sich im ganzen Körper aus, scheint wie aus dem Material gewachsen. Nicht ohne Grund finden die Bronzen jener Jahre weltweit große Resonanz.
Eine Hommage an Form und Farbe, an das Leben und die ihm implizierte Vergänglichkeit schafft Emil Nolde (1867 - 1956) mit seinen Bildern "Amaryllisblüten" (um 1930; Aquarell auf Japanpapier; 34,5 x 47,3 cm) und "Rote Rispe" (um 1925, Aquarell auf Japanbütten, 39,1 x 35,5 cm). Die Faszination für die naturgewaltige Farbenpracht und die Lebendigkeit erblühender Blumen bilden einen wichtigen Teil von Noldes Jahrzehnte währender Künstlerschaft. Das Sujet erlangt durch seine Komposition einen eigenwilligen und hintergründigen Charakter: Nie verliert der Künstler sich in einer Farbigkeit, er betont die malerische Materie mit einem breiten Farbauftrag und dem Spiel aus scheinbarer Zufälligkeit des Verwischens und bewusst gesetzten Linien.
Einen Einzelgänger der Moderne zeigt die Galerie Utermann mit Fritz Winter (1905-1976). Sein Werk "Steingarten II" (1961, Öl auf Leinwand, 90,5 x 80 cm) ist ein typisches seiner Zeit: In den 50-er und 60-er Jahren malt der Künstler schwerelose, abstrakte Farbbilder. Hier werden monochrome Farbflächen von groben Pinselstrichen übermalt, wird ein vibrierender Hintergrund von statischen Farbfeldern zusammengehalten.
Die großen Namen der Klassischen Moderne sind in der Ausstellung vertreten. Zeichnungen von Hermann Max Pechstein und Kirchner sind ebenso zu sehen wie Aquarelle von Lyonel Feininger, eine Lithographie Otto Muellers und Bilder von Emil Schumacher. Zeitgenössische Aspekte setzt die Galerie mit Arbeiten von Horst Antes, Abraham David Christian und dem in Dortmund geborenen Maler Norbert Tadeusz.

 

8. Dortmunder Museumsnacht der Kostbarkeiten

"Christian Rohlfs und die Galerie Utermann" (09/08)

Mit "Christian Rohlfs und die Galerie Utermann" eröffnet am 20. September 2008 eine Ausstellung, deren Titel Programm ist. Gezeigt wird eine Auswahl des vielseitigen Oeuvres Christian Rohlfs dessen sich Wilfried Utermann kunsthistorisch, aber auch persönlich verpflichtet fühlt.

Seit 1978 zeigt die Galerie Utermann Werke des von akademischem Realismus, Impressionismus und Expressionismus durchzogenen Gesamtwerk Rohlfs. Wilfried Utermann stellt den ersten Kontakt zu dem Nachlass des 1938 verstorbenen Malers her: "Wochenlang hatte ich darüber nachgedacht, wie ich wohl am besten Kontakt mit dem Nachlass aufnehmen könnte, und entschied mich schließlich für den direkten Weg: Ich rief Frau Rohlfs an und sie lud mich prompt ein, nach Essen zu kommen, um mir die Werke ihres Mannes, die zur Verfügung standen, anzuschauen. Für diese Ausstellung habe ich auch den ersten kleinen Katalog drucken lassen." Es folgen weitere Ausstellungen unter anderem in Soest, der Stadt, in der er zwei Sommer verbrachte, weil ihn ihre mittelalterliche Architektur reizt. Der Kontakt zu Helene Rohlfs, die an der Eröffnung der Dortmunder und der Soester Ausstellung großen Anteil hat, ist ebenfalls Bestandteil der Ausstellung: mit zahlreichen Fotos von Künstler, Galerist und anderen Wegbegleitern hat man neben den Bildern auch Dokumente.

Als Historienmaler beginnt Christian Rohlfs seine Künstlerkarriere 1874 an der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar. Trotz seiner figürlichen Malerei, schwärmt er für die Franzosen, besonders Monet. Nur langsam löst sich seine Pinselführung von der unmittelbaren Darstellung der Gegenstände. Um die Jahrhundertwende weist Rohlfs ein reifes Werk auf, das jedoch nicht seine letzte Entwicklungsstufe erreicht haben soll. Van Gogh, Gaugin, Kandinsky, Delaunay - sie alle dienen Rohlfs' Entwicklung zur Befreiung von unmittelbarer Reproduktion des Gesehenen, die den Weg des Malers in den Expressionismus markiert. Bis zu seinem Tode entwickelt Rohlfs seine Malerei, ohne jemals Stillstand zu erfahren.

"Christian Rohlfs & die Galerie Utermann" setzt eine zeitliche Klammer um die Jahre 1919 bis 1938. Von der "Zirkusreiterin" (1919, Tempera auf Papier, 67 x 49 cm, monogrammiert und datiert), über "Die Mönche" (1. Zustand, 1921, Holzschnitt mit Temperafarbe abgezogen auf Aquarellpapier, 49,4 x 35,9 cm, signiert), zu dem überwiegend in Ascona entstandenen Spätwerk. Die Arbeiten "Spiel am Strand" (1928, Tempera auf Leinwand, 111 x 75,5 cm, monogrammiert und datiert) und "Spielende Knaben am Strand" (1926, Aquarell und Kreide auf Bütten, 38,8 x 57 cm, monogrammiert und datiert), sowie die etwa zehn Jahre später entstandenen Werke "Narzissenstrauß" (1937, Wassertempera und Farbkreide über Kohlevorzeichnung auf genarbtem Aquarellpapier, 66,2 x 56,4 cm, monogrammiert und datiert, Provenienz:ehemals Sammlung Josef Esters, Krefeld) und "Glühende Gewitterwolke" (1937, Tempera, Aquarell, Gouache, Farbkreide und Pastell auf "PM Fabriano"-Bütten, 78,5 x 57,8 cm) stellen für diese Phase typische Arbeiten dar. Teils vor den Objekten oder gar plein air, teils aus dem Gedächtnis heraus, entstanden so Werke, deren Ziel es war das wahre Wesen herauszuarbeiten. Farbe, Licht und Pinselduktus vereinen die Bildelemente zu einem überzeugenden Zusammenklang.
Die Ausstellung dokumentiert eine Verbindung zwischen dem Maler Rohlfs und der Galerie, die selbst nach dem Tode Helene Rohlfs' 1990 fortexistiert.

 

Vernissage März/April 2008

Galerie Utermann zeigt erstmalig Bruno Goller (09/08)

Eine Pressekonferenz zur neuen Ausstellung findet am Freitag, 7. März, um 11 Uhr, in den Räumen der Galerie Utermann, Silberstraße 22 in Dortmund, statt. Hierzu laden wir Sie herzlich ein.

Erstmalig stellt die Galerie Uterman ein Werk von Bruno Goller (1901 - 1998) aus. Im Rahmen der "Vernissage März/April 2008" ist das großformatige Bild "Mädchen und drei Hüte" (1972) des Düsseldorfer Künstlers zu sehen - Spätwerk eines Einzelgängers, der Kunst als Entwicklung des eigenen Lebens verstand.

Goller impliziert die Vorstellungswelt seiner Kindheit - seine Mutter besaß ein Putzmachergeschäft voll von Stoffen, Hüten und Modellpuppen - in große Bilder, die durch ausgewählte Farbigkeit und einer Spannung zwischen Flächigkeit und Raumtiefe bestechen. Das "Mädchen und drei Hüte", aus einer Sammlung in Spanien erworben, zeigt die für Goller typische Bildauffassung: eine trockene Farbe, die matt und latent transparent den Malgrund durchscheinen lässt. Die von Goller abgebildeten Gegenstände werden in seinen Bildern zu etwas Neuem. Der Kunsthistoriker Werner Schmalenbach schrieb einst "Sie [die Dinge] werden weniger abgebildet als im Bilde, durch das Bild neu geboren." Bilder, die erzählen. Eine visuelle Sprache voller Alltagspoesie.

Menschen stehen im Vordergrund der Vernissage. Menschen mit großen Namen und Menschen im Bild selbst. Arbeiten von Emil Nolde, Erich Heckel, Christian Rohlfs, Karl Schmidt-Rottluff, Lyonel Feininger, Fritz Winter, Emil Schumacher und Karl Hartung stehen für die Kraft und Vielfalt des Expressionismus und der Abstrakten Kunst. Der Mensch an sich, wie er bei August Macke oder Horst Antes zu sehen ist, steht für das Individuum. Sucht das Kind bei August Macke ("Mutter und Kind im rotem Stuhl") Zuflucht und Geborgenheit in den Armen seiner Mutter, ist bei Horst Antes Werk "Haus grau - weiße Fläche von außerhalb" das Haus archetypischer Ort des Schutzes. Zeitgenössische Arbeiten sind, neben Horst Antes, von Abraham David Christian, Günther Uecker und dem in Dortmund geborenen Künstler Norbert Tadeusz ausgestellt.

 

ABRAHAM DAVID CHRISTIAN

Galerie und Skulpturengarten (11/07)

Der international bekannte Bildhauer ABRAHAM DAVID CHRISTIAN stellt in der Dortmunder Galerie Utermann aus.

Mit insgesamt 24 Arbeiten ist es eine der umfangreichsten Präsentationen in einer privaten Galerie. Im Ausstellungsraum und in dem Skulpturengarten werden Bronzen und Papierarbeiten zu sehen sein. Die zumeist titellosen Reliefs und Skulpturen sind von schlichter Farbigkeit und eleganter, geometrischer Formgebung und erinnern an archaische Werke vergangener Kulturen, an "primitive" Objekte aus Afrika, in ihrer Ausführung an Götter- und Buddha Figuren aus Indien und Japan. Der überwiegende Teil der Stücke ist in sogenannter "verlorener Form" gegossen, existiert also nur ein einziges Mal.

Abraham David Christian setzt sich auf weltweiten Exkursionen mit den Traditionen Asiens, Afrikas, Europas und Amerikas auseinander. Sein Werk wird aus den Erlebnissen vieler Reisen und Aufenthalte auf mehreren Kontinenten und der damit verbundenen tiefen Kenntnis fremder Kulturen und deren Ausdrucksformen bestimmt. Seine Kunst schöpft aus dem reichen Formenrepertoire vergangener wie gegenwärtiger Kulturen und schafft dennoch einen eigenständigen Charakter.

So wie Abraham David Christian durch seine Reisen Gemeinsamkeiten in der Formgebung verschiedener Kulturen entdeckt, werden auch für den Betrachter Deja-Vu-Erlebnisse unausweichlich sein. Im Grunde handelt sein gesamtes Werk von diesen Verwandtschaften und subtilen Anverwandlungen. Jedoch haben seine Werke nichts mit "Ethnokunst" oder "Exotismus" zu tun, viel mehr schafft der weltweit bekannte Künstler eine Formensprache universellen Anspruchs. Abraham David Christian erklärt, seine Kunst beginne dort, "wo die Möglichkeit der verbalen Äußerung endet: hinter der Sprache".

Das Werk Abraham David Christians wurde schon früh international gewürdigt. Auf seine Teilnahme an der documenta 5 (1972) folgten zahlreiche Ausstellungen in Galerien und Museen. Der Künstler lebt und arbeitet in Düsseldorf, New York und Hayama (Japan).

 

HORST ANTES "Wie mit Licht gezeichnet" (10/07)

Pressetermin, Freitag 5. Oktober 2007, 11 bis 13 Uhr

Im Oktober des vergangenen Jahres wurde Horst Antes 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass hat ihm die Galerie Utermann einen Katalog als Geburtstagsgeschenk gemacht indem die neuesten Kohlezeichnungen zu sehen sind.

Jetzt ist es uns gelungen insgesamt 35 dieser Arbeiten, die alle in Sicellino entstanden sind, zusammen zu tragen, um sie in unseren Räumen in der Silberstraße bis zum 10. November zu präsentieren. Texte von Markus Krause und Oliver Zybok geben dem interessierten Besucher Hinweise auf die Entstehung und auf die Hintergründe der Papierarbeiten.

Markus Krause beschreibt diese Zeichnungen sehr feinfühlig: "Wie mit Licht gezeichnet" - eine treffende Formulierung für diese sensiblen Werke.

Dortmund, im Oktober 2007

 

Galerie Utermann auf der COLOGNE FINE ART (10/07)

Vom 31. Oktober bis zum 4. November werden am Stand G19H18 in Halle 5.2. herausragende Beispiele des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne zu sehen sein.

Es wird gleichsam eine Korrespondenz unterschiedlicher Kunstgattungen auf höchster Ebene ermöglicht. Die Galerie Utermann steuert fraglos Interessantes zum neuen Herbsttermin der Cologne Fine Art bei: Emil Nolde meets Siegfried Lenz. Wohl nicht ganz - und natürlich nur im übertragenen Sinne. Indes hat der Schriftsteller Lenz mit seinem 1968 erschienenen Roman "Deutschstunde" die Inspiration für das Malverbot seiner Romanfigur, des Künstlers "Nansen", zweifelsfrei aus der Biografie Emil Noldes bezogen..

Und exakt aus jenen dunklen, nicht nur ästhetisch gleichgeschalteten Jahren stammt die farblich explodierende Marschlandschaft mit dem "Haus Seebüll" auf der unruhig gewellten Horizontlinie: Nolde-Natur pur, Versen-kung und Drama, dazu Farbfeld-Konvulsionen, die bereits deutsche Abstraktionen der 1950er Jahre vorweg zu nehmen scheinen. "Alle Kunst ist abstrakt", notierte der Maler übrigens 1940.
Das Aquarell zeigt Noldes Wohn- und Atelierhaus, von Osten gesehen. Es ist um 1940 entstanden, auf jeden Fall nach dem Sommer 1937, in dem Noldes Haus mit dem Aufbau des Bildersaals abgeschlossen wurde, gerade als in München die Ausstellung der "Entarteten Kunst" eröffnet wurde

Emil Nolde hatte sich 1926 entschlossen, Utenwarf, wo er bisher gelebt hatte, das dänisch geworden war, zu verlassen und sich auf die gegenüberliegende deutsche Seite zu begeben. Er hat dort die Warft von Seebüll gekauft, mitsamt einem beiliegenden Hof. 1927 zieht er zusammen mit Ada, die er 1901 geheiratet hatte, nach Seebüll und baut sich sein Atelierhaus auf der leeren, erhöhten Warft neu. 1928 erweitert er bereits das Atelier und legt den Garten an. Seitdem lebt er abwechselnd im Sommer in Seebüll und winters in Berlin. Er malt und aquarelliert bis in die 40er Jahre immer wieder hier. Bis zu seinem Tod 1956 lebt er in Seebüll, und seit 1957 residiert die Nolde-Stiftung dort. Sie wurde übrigens gerade erst architektonisch reizvoll erweitert. Nicht minder unterhält die Stiftung ganz aktuell eine feste Dependance am Berliner Gendarmenmarkt. Noldes Aktualität ist ungebrochen: ein Synonym für Deutsche Kunst.

Neben Nolde, seit jeher nicht minder eine zentrale UTERMANN-Position bei den Offerten zur Kunst des Deutschen Expressionismus, werden in diesem Herbst ebenso bemerkenswerte Aquarelle von Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner gezeigt. Außerdem eine höchst interessante Arbeit aus dem Jahre 1926 von Christian Rohlfs: "Spielende Knaben am Strand". Lyonel Feiningers "Naturnotizen" - Zeichnungen, die auf Reisen des Künstlers entstanden sind - fügen sich zur erlesenen "Kabinettausstellung" innerhalb des diesjährigen Kölner Messestandes.

Die abstrakte Klassische Moderne ist präsent mit Werken von Fritz Winter und Karl Hartung.

Als Vertreter der zeitgenössischen Kunst markieren Arbeiten von Horst Antes, Abraham David Christian und Norbert Tadeusz die Utermann-Koje auf der Cologne Fine Art 2007. Die Bronze "Interconnected Sculp-ture", 1990 von Christian geschaffen, darf darüber hinaus als Einladung zur aktuellen Ausstellung in den Räumen Dortmunder GALERIE UTERMANN verstanden werden. Abraham David Christian wird hier ab 18. November zu sehen sein.

 

INTA RUKA - "Meine Leute vom Land" (09/07)

Inta Ruka wurde 1958 in Riga, Lettland geboren. Seit 1978 arbeitet sie als Fotografin und ist spätestens seit der Teilnahme an der 48. Biennale die wohl bekannteste zeitgenössische Künstlerin des Baltikums. Sie erhielt 1998 ein Stipendium der Hasselblad Foundation, 1999 die "Spídola Award" der Lettischen Kulturstiftung und 2002 ein Arbeitsstipendium der Villa Waldberta in Feldafing. Ein Jahr später wurde die Künstlerin von der Artist's Union of Latvia mit dem "Price of the Year 2003" ausgezeichnet. Inta Rukas Œuvre ist bereits international in zahlreichen, bedeutsamen Ausstellungen präsentiert worden: 1991-93 wurden ihre Portraits unter anderem im Santa Barbara Museum of Art in Kalifornien, im Musée de l\'Elysee in Lausanne und auf einer Ausstellungstournee in verschiedenen Städten Kanadas gezeigt. 1993-94 folgten im Rahmen des Projekts "Das Gedächtnis der Bilder - Baltische Photokunst heute" Ausstellungen in verschiedenen europäischen Städten. Die bereits erwähnte, exponierte Beteiligung an der 48. Biennale von Venedig 1999 machte ihren Namen endgültig über die Grenzen Lettlands hinaus bekannt. Im vergangenen Herbst widmete ihr das Photography Center Istanbul eine große Einzelausstellung. Bis Januar diesen Jahres waren ihre Fotografien neben Werken von Wolfgang Tillmanns, Boris Mikhailov u.a. in der Ausstellung "In the Face of History: European Photographers in the 20th Century" in der Barbican Art Gallery in London zu sehen. In Deutschland sind Inta Rukas Arbeiten in den Sammlungen des Fotomuseums im Stadtmuseum München und der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang in Essen vertreten.

Inta Ruka fotografiert seit über zwei Jahrzehnten die Menschen ihres Landes - von 1984 bis 2000 hauptsächlich in der ländlichen Region Balvi ("My Country People") und später zunehmend in der lettischen Hauptstadt Riga. Während sie in "People I happened to meet" fremde Menschen bei zufälligen Zusammentreffen auf der Straße in ein Gespräch verwickelt und um ein Portrait bittet, konzentriert sie sich in der Serie "Amalias Street 5" auf die Bewohner eines bestimmten Gebäudeensembles in Riga. Abseits der touristischen Altstadt mit ihren vollständig restaurierten Sehenswürdigkeiten bietet sie dem Betrachter einen unverstellten Blick auf die Um- und Aufbruchsituation in Lettland seit der Eingliederung in die EU. Innerhalb der ehemaligen Ostblockstaaten teilt sie diesen dokumentarisch-anthropologischen Ansatz mit Anatanas Sutkus und Boris Mikhailov und international mit ihren amerikanischen Kollegen Walker Evans und Dorothea Lange.

Aus der "Halbdistanz" aufgenommen, ist auf ihren Portraits stets die jeweilige Umgebung zu erkennen. Auf diese Weise vermittelt Inta Ruka dem Betrachter Stück für Stück einen Eindruck von jenem Gebäudegeviert, das architektonisch reizvoll, jedoch stark verfallen ist und aufgrund der beschränkten, finanziellen Mittel nur langsam renoviert werden kann. Hier leben Menschen aller Generationen in äußerst beengten Verhältnissen zusammen - ganze Familien, wie z.B. die Kurovas, teilen sich ein einziges Zimmer. Daher dient der von Gebäuden umringte Hof als Refugium zum Arbeiten, Spielen und Kommunizieren. Über Jahre hinweg hat Inta Ruka eine ganz persönliche Beziehung zu den Bewohnern aufgebaut und plant nun, sich selbst in die Amalias Street 5 einzumieten, um den Alltag dort noch unmittelbarer zu erleben. Ihre tagebuchartigen Anmerkungen, die sie in der Ausstellung auf die Wand unter die Fotos geschrieben hat, unterstreichen ihre den Menschen emotional zugewandten Arbeitsweise. Fragmentarisch und konzentriert erzählen sie von der Lebensgeschichte, den Ängsten und Hoffnungen der Porträtierten.

Das Fotografieren ohne künstliche Lichtquellen und einer Rolleiflex von 1936 erfordert aufgrund der Notwendigkeit einer längeren Belichtung Zeit. Zeit, in der die Künstlerin ihren Modellen zuhört, mit ihnen gemeinsam eine stimmige Inszenierung findet und auf jene Momente stiller Offenheit wartet, in denen sie die Kamera vergessen. Auf diese Weise entstehen Portraits, die in ihrer zentrierten Kompositionsweise, brillanten Tiefenschärfe und Detailfülle an die späten Arbeiten von Diane Arbus erinnern. Durchschnittsmenschen und Außenseiter blicken mit dem gleichen gelassenen, selbstbewussten Gesichtsausdruck frontal in die Kamera. Dieser direkte Blick ins Auge des Betrachters verleiht den Portraits eine Unmittelbarkeit und Intensität, die nicht nur die äußere, sondern auch die innere Welt der Porträtierten spürbar werden lässt. Durch Inta Rukas Fähigkeit, den konkreten Situationen oder Stimmungen etwas zutiefst Menschliches und Archetypisches zu verleihen, entwächst ihrem geduldigen und einfühlsamen Arbeitsprozess ein unvergleichlicher Moment konzentrierten Lebens.

 

Galerie Utermann auf der ART BASEL 2007 (06/07)

Reizvoll:
Zu entdecken sind nicht zuletzt die expressionistischen Wurzeln manch aktueller Kunstmarkt-Erfolge zeitgenössischer deutscher Malerei.

Vor allem seit den spektakulären New Yorker Auktionsereignissen um Ernst Ludwig Kirchners 1914/15 entstandene "Berliner Straßen-
szene" - der Sammler Ronald Lauder erhielt bei Christie's am 9.November 2006 den Zuschlag bei umgerechnet 30 Mio. Euro - hat die Kunst des deutschen Expressionismus endgültig die Gipfelregion des Welt-Kunstmarks erreicht. "Deutscher Expressionismus" ist inzwischen nicht nur zum kunsthistorischen Synonym für "Expressionismus" geworden - er prägte vor allem erstmals ein Markenzeichen namens "Deutsche Kunst".

Dieses Phänomen wiederholte sich erst um 1980: Die gestische Malerei der heftigen "Jungen Wilden" in Berlin, Köln und München verarbeitete nicht zuletzt auch die expressionistischen Urväter der Jahre um 1910 aus den beiden Künstlergruppen "Die Brücke" (Dresden) und "Der Blaue Reiter" (München). Schnell erreichten die Neoexpressiven die New Yorker Galerienszene der frühen Achtziger.

Wiederum beherrscht ganz aktuell "Deutsche Kunst" mit der "Neuen Leipziger Schule" und ihrem Maler-Star Neo Rauch die Schlagzeilen des Kunstmarkts. Nicht minder ist ein Künstler wie Daniel Richter zu nennen, der gerade in einer großen Hamburger Ausstellung gefeiert wird, Neo rauch parallel in New York. In beiden Fällen ist das ‚genetische Material' des Expressionismus schwer zu leugnen.

Die Dortmunder Galerie Utermann konzentriert sich seit vielen Jahren, als eines der führenden europäischen Kunsthandels-Häuser für die Vermittlung der Klassiker des Deutschen Expressionismus, gleichsam auf den stilistischen Zellkern manch aktueller Kunstmarkt-Sensationen und Ausstellungsereignisse. Vor allem deutsche Auktionshäuser melden in letzter Zeit immer wieder neuen Spitzenzuschläge für klassische expressionistische Kunst.

Utermann auf der Art Basel 2007

Die Teilnahme der Galerie Utermann an der "Art Basel", einem der alljährlichen Top-Events des Welt-Kunstmarkts, begründet sich nicht zuletzt durch ein bewährtes Angebot an Spitzenkunst des deutschen Expressionismus. Wohl nicht zufällig richten internationale Sammler aktueller Malerei inzwischen verstärkt ihr Interesses auf die deutschen Urformen der europäischen Malerei-Moderne am Beginn des 20.Jahrhunderts. Diese Zusammenhänge prägen inzwischen das Spektrum privater und öffentlicher internationaler Kollektionen.

Unter den etwa 40 Basler Utermann- Offerten versprechen nicht nur ein spätes Gemälde von Lyonel Feininger ("Composition Gables IV", 1953) und zwei großformatige Kreidezeichnungen Ernst Ludwig Kirchners ("Stehende Badende", 1915 ; "Fränzi und Marcella", 1910), Publikumsmagnete zu werden. Max Pechstein, ein weiterer Brücke-Künstler, markiert vor allem mit einer farbigen Wachskreide-Zeichnung von 1910 die Kern-Zeit des Expressionismus. Daneben aber auch weitere "Brücke"-Vertreter wie Erich Heckel, und Karl Schmidt-Rottluff mit einem breiten Werk-Spektrum aus der frühen und späten Schaffensphase.

"Der Blaue Reiter" brilliert mit Franz Marc ("Reh mit Rehkitz",1910) und seltenen frühen Tusche- oder Kreidezeichnungen August Mackes: darunter "Gestürzt" (1911), "Frauen mit Reihern im Zoo" (1914) und "Mädchen auf der Terrasse mit Fischglas". Heinrich Campendonks "Reiterbild" ist gleichsam "grenzwertig": kommen hier doch bereits kubistische Ausdrucksformen zum Tragen.

Expressionistische Solitäre wie die Einzelgänger Emil Nolde und Christian Rohlfs sind mehrfach vertreten. Rohlfs ist hierbei mit frühen Temperawerken (um 1912) ebenso präsent wie mit stilistisch kontrastieren Arbeiten der Werkphase um 1930 - darüber hinaus bietet Utermann in Basel eine nahezu lückenlose Rohlfs- Werkgeschichte:Ein "Greisenkopf" um 1912, eine "Zirkusreiterin" und eine "Frau mit Korb", beide von 1919, ein "Spiel am Strand" von 1928.

Die expressionistisch "Nachgeborenen" der deutschen Nachkriegs-Abstraktion sind qualitätvoll versammelt durch ein Ensemble, bestehend aus Willi Baumeister (großformtiges Ölbild "Apro, afrikanisch", 1948), Karl Hartung ("Delfoss", 1962, patinierte Bronze) und Ernst Wilhelm Nay, der mit seinem Gemälde bereits wirkungsstark den Übergang zum Phänomen des Neo-Expressionismus markiert.

 

ERSTE AUSSTELLNG NACH DEM UMBAU:

Galerie Utermann Eröffnet mit Vernissage-Reihe (02/07)

Am Freitag, den 23. Februar 2007 um 11 Uhr können wir Ihnen endlich die restaurierten Räume unserer Galerie vorstellen.

Zur Wiedereröffnung zeigen wir in unserer Ausstellungsreihe VERNISSAGE Neuerwerbungen und ausgewählte Werke des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne. Mit einer Matinee am Sonntag, den 25. Februar 2007 stellen wir die Werke unseren Kunden vor. Bis zum 14. April 2007 wird die Ausstellung in unseren Räumen zu sehen sein.

Aus Privatsammlungen und Künstler-Nachlässen konnten wir Arbeiten von Erich Heckel, August Macke, Franz Marc, Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff erwerben. Ein wichtiges, spätes Werk von Christian Rohlfs "Spiel am Strand" aus dem Jahre 1928, das 1996 im Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum zu sehen war, konnten wir ebenso akquirieren wie das wunderbare Holzrelief von Milly Steeger "Apfelernte" um 1940. Kunstwerke dieser Künstlerin sind nur selten im Handel zu finden. Das großformatige Ölbild von Horst Antes "Der Tisch (4+1 Figur)" aus dem Jahr 1984 stammt aus einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung.
Aus den Nachlässen von Karl Hartung, Emil Schumacher und Fritz Winter haben wir wieder herausragende Objekte für diesen besonderen Anlass erhalten.

Wir würden uns freuen, Sie am kommenden Freitag zur Presse-Vorbesichtigung in der Silberstraße begrüßen zu dürfen. Den Katalog zu unserer Veranstaltung erhalten Sie vorab mit gleicher Post.
 
Dortmund, den 20. Februar 2007

 

Utermann zeigt Schumacher, Dierking zeigt Stammeskunst (11/05)

„Meine Liebe gehört dem Papier, so wie es sich anbietet in all seinen Formen: vom kostbaren Bütten bis zum ärmlichen Packpapier, (...). Ich behandle es respektlos, zerknittere es, zerreiß es, um es dann wieder zusammenzufügen. Es entstehen Verletzungen, Narben – das ist gut so, es gehört dazu. (...) Das Besondere der Gouachen ist ihre leichte Form, ihre unmittelbare Hinschrift. Sie haben nur bedingt Beziehung zu den meist gewichtigen Ölbildern auf Leinwand oder Holzplatte. Die Gouachen lassen sich nicht domestizieren als Hilfe zu den Bildern.“ EMIL SCHUMACHER, 1992

Werke aus dem Nachlass Emil Schumachers zeigt die Galerie Utermann in der Zeit vom 22. November 2005 bis zum 22. Januar 2006. Es handelt sich um Arbeiten aus den späten achtziger bis neunziger Jahren – Werke, die der Künstler selbst gern als „Gouachen“ bezeichnete.

Es sind jedoch keine Gouachen im herkömmlichen Sinn, die neben den großen Gemälden entstanden sind; es sind Arbeiten auf Papier, die Mischtechniken aufweisen und zusätzlich Kreide, Tusche, Sepia, Lack oder Acrylfarben verwenden. Die Gouachen Schumachers sind eigenständige Werke, kleine Bilder, die aus besonderen Gelegenheiten heraus entstehen – Reisen, Ferienaufenthalten etwa und immer auch etwas von der Heiterkeit und Gelöstheit einer solchen Situation transportieren.

In den ausgestellten Werken kommen vielfach figürliche Elemente zum Tragen. Es gibt Pferde und andere Vierbeiner. Die sichtbare Welt, insbesondere die Natur, war Schumacher immer Quelle der Inspiration. Im Kontext der Tierdarstellungen Schumachers wurde vielfach auf Höhlenmalereien verwiesen; seine Gouachen sind jedoch aus einem modernem Zeitverständnis heraus entstanden – ihre Verbindung zur prähistorischen Malerei ist eher zufällig und keineswegs beabsichtigt: Schumacher selbst hat die berühmten Höhlenmalereien von Altamira oder Lascaux nach eigenem Bekunden nie gesehen. Wahrscheinlich ist es die dominante Umrisslinie, die seine Werke in die Nähe solcher Kunstformen rückt: „Schon die Höhlenmaler haben sich durch Linien ausgedrückt, Kinder äußern sich durch Linien. All dies zeigt, dass die Linie ein ganz wesentlicher Bestandteil menschlicher Äußerungen ist.“ (Güse, E.-G., Emil Schumacher. Die Gouachen der 80er Jahre. München/Prestel, 1992, S. 25). Schumachers Vorliebe für das Archaische ist also eher als ästhetische Wertung zu verstehen.

Parallel zur Schumacher-Ausstellung wird die Kölner Galerie AUSSEREURO-PÄISCHE KUNST DIERKING mit Artefakten aus Afrika und Ozeanien bei Utermann zu Gast sein. Zu den herausragenden Stücken gehören eine hölzerne Maske aus dem Kongo sowie eine ebenfalls hölzerne Ahnentafel aus Papua
 
Neuguinea. Während erstere sich üblicherweise im Besitz des Königs befindet und nur zum Tanz getragen wird, gehört die Ahnentafel erwachsenen, initiierten Männern und wird in der Regel im so genannten „Männerhaus“ aufbewahrt. Sie stammt von den Elema/Namau, einer künstlerisch sehr aktiven Gruppe im Süden der Insel. Es handelt sich hierbei um ein frühes Exemplar, das bereits 1895 im Handel war. Auch die Provenienz ist sehenswert: Das „hohao“ befand sich im Bestand des Pitt-Rivers-Museums (Dorset/GB), bevor es in eine europäische Privatsammlung gelangte.

Die Idee zur gemeinsamen Ausstellung wurde nicht vom museumspädagogischen Interesse geleitet, Ähnlichkeiten oder Verweise zwischen den unterschiedlichen Werken aufzudecken, sondern von dem Wunsch, eine möglichst stimmige Raumsituation zu schaffen. Anders als bei gängigen Konzepten, beispielsweise Bezüge zwischen expressionistischen Werken und Artefakten aus der Südsee herzustellen, geht es hier um die reine Ästhetik: Einzig die schöne Ausstellung zählt.

Die Galerie AUSSEREUROPÄISCHE KUNST DIERKING besteht seit drei Jahren und widmet sich vornehmlich dem Handel mit Artefakten aus Afrika, Amerika und Ozeanien. Dierk Dierking machte auf der letztjährigen ART COLOGNE mit einem ungewöhnlichen Projekt auf sich aufmerksam: Er kuratierte eine Gegenüberstellung der neusachlichen Fotografien Karl Blossfelds mit traditioneller Kunst aus Afrika und Ozeanien aus den Beständen des Rautenstrauch-Joest Museums; es handelte sich hierbei um die Rekonstruktion einer Ausstellung, die bereits 1926 in der Berliner Galerie Nierendorf für Aufsehen sorgte. Die Schau war so erfolgreich, dass das Kölner Rautenstrauch-Joest Museum für Völkerkunde die „Urformen der Kunst aus Pflanzenreich und fremden Welten“ kürzlich übernahm und noch bis zum 26. März 2006 zeigen wird.

Pressetermin:
Freitag, 18. November, 11 Uhr; Herr Dierking wird anwesend sein.

Eröffnung: 20. November 2005, 11 bis 14 Uhr
Dauer der Ausstellung: 22. November 2005 bis 22. Januar 2006

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr.

Während der Dauer der Ausstellung wird Herr Dierking nach Terminabsprache gern zur Verfügung stehen.

Achtung, Galerieferien! In der Zeit vom 24. Dezember 2005 bis zum 7. Januar 2006 hat die Galerie geschlossen.

 

Utermann auf der Art Cologne (11/04)

Auch in diesem Jahr ist die GALERIE UTERMANN auf der 38. Art Cologne vetreten. In Halle 1.2 an Stand N29 zeigen wir Werke aus dem Bereich des Deutschen Expressionismus, unter anderem von Ernst Barlach, Emil Nolde und Christian Rohlfs, die aus der aktuellen Ausstellung in der Dortmunder Galerie stammen. Kleinformatige Arbeiten aus der Hand Hermann Max Pechsteins sowie eine kraftvolle Zeichnung eines figurativen Themas von Ernst Ludwig Kirchner („Pantomime“, 1912) runden das Angebot expressionistischer Kunst ab.

Ein anderer Teil der Ausstellung wird sich mit den Vertretern der Klassischen Moderne beschäftigen. Hier bilden Werke von Günther Uecker, Horst Antes und Raimund Girke den Schwerpunkt. Horst Antes’ großformatige „Braune Figur mit Florentiner Doppelkappe“ (1969/70) beeindruckt mit ihrer Kraft und Intensität. Sie bildet einerseits einen Bezug zu den Katchina-Figuren der Hopi-Indianer, die Antes sammelt. Zum anderen zu dem Gedanken, dass der Kopf – als Träger aller Eigenschaften – Sinnbild für den ganzen Menschen ist. Eine sechsteilige Serie von Lithografien, „Ohne Titel (Aus der Häuserserie 2004)“ schlägt den Bogen zu den ‚aktuellen’ Werken des in Karlsruhe und in Italien lebenden Künstlers. Mit erst kürzlich entstandenen Wandreliefs von Abraham David Christian zeigen wir einen weiteren Vertreter zeitgenössischer Kunst.

Ein dunkles Nagelbild Günther Ueckers aus dem Jahre 1987 („Dunkles Feld“) bildet schließlich den Abschluss der Kunst der Klassischen Moderne: Dicht an dicht stehen die Nägel, bilden bewegte Gruppen, die sich hin- und herzuneigen scheinen.

Über einen Besuch auf unserem Stand würden wir uns freuen. Unter der Rufnummer 0221 284 41 52 sind wir dort in der Zeit vom 28. Oktober bis zum 1. November auch telefonisch zu erreichen.

 

Utermann zeigt Barlach - Nolde - Rohlfs (10/04)

Drei Protagonisten des Deutschen Expressionismus vereint die GALERIE UTERMANN in ihrer aktuellen Ausstellung: Den Bildhauer Ernst Barlach und die Maler Emil Nolde und Christian Rohlfs.  Die Ausstellung beginnt am 12. Oktober und läuft bis zum 13. November.

Es ist sicherlich übertrieben, hinter der gemeinsamen Herkunft aus dem norddeutschen Raum die Ursache eines einheitlichen Kunstwollens zu vermuten. Nichtsdestoweniger finden die Werke in der Ausstellung zu einem äußerst harmonischen Ganzen zusammen. Ernst Barlach ist mit insgesamt sieben Skulpturen vertreten. Hierbei sticht insbesondere der „Zweifler“ aus dem Jahre 1931 hervor; ein früher Bronzeguss aus der Gießerei Noack, Friedenau – ein zu Lebzeiten des Künstlers entstandenes Exemplar. Im bärtigen Gesicht des Dargestellten finden sich unverkennbar die Gesichtszüge des Künstlers selbst. Sein Sohn schildert die damalige Situation des Vaters zur Entstehungszeit der Skulptur, die 1931 in Bronze und 1937 noch einmal in Holz entstanden ist, folgendermaßen: „Mein Vater war noch nicht verfolgt, aber schon heftig bedrängt, als nach dem Litho von 1918 das kleine Modell und die Bronze entstanden; er glaubte an seiner Zukunft zweifeln zu müssen. (...)“ Weitere Exemplare der Skulptur befinden sich in den Städtischen Sammlungen in Bochum, im Hamburger Ernst-Barlach-Haus, in der Niedersächsischen Landesgalerie (Hannover), in der Kunsthalle Kiel und im Kunsthistorischen Museum in Wien.

Von Christian Rohlfs ist ein großformatiges Tempera-Bild zu sehen, die „Abenddämmerung“ aus dem Jahren um 1920. Das Werk wird unter der Bezeichnung „Elfen auf der Mondstraße“ (Nr. 645) im Köcke-Werkverzeichnis aufgeführt – eine besonders dichte Komposition aus dem Spätwerk des Künstlers; Grün-, Blau- und Brauntöne dominieren die figurative Darstellung, die von einzelnen Pinselstrichen überlagert ist.  Ein weiteres Leinwandbild zeigt eine Stadtansicht aus „Soest“ (1916); aus dem Jahr 1907 gibt es einen weiblichen Akt in Tempera, Tusche und Aquarell zu entdecken („Liegende mit roter Hose“, 1907); die figurative Darstellung zeigt nicht von ungefähr eine große Nähe zu den Werken der „Brücke“-Künstler, die Rohlfs um diese Zeit auch baten, Mitglied der Künstlergemeinschaft zu werden. Nach anfänglichem Zögern lehnte der Erfahrende jedoch ab.

Emil Noldes kleinformatiges Aquarell „Im Kaffee“ (1910/11) entstand nach Noldes Streifzügen durch das Berliner Nachtleben. Die Dargestellten, ungewöhnliche und elegante Typen,  sind im starkem Licht und mit harten Farbkontrasten erfasst – eine treffende Momentaufnahme des Vorkriegs-Berlins. Weitere Werke zeigen die typischen, norddeutschen Landschaften.

Zum Pressetermin und zur Vorbesichtigung der Ausstellung am Freitag, 8. Oktober, um 11 Uhr, laden wir Sie in die Galerie ein.

Teile der Ausstellung werden in der Zeit vom 28. Oktober bis zum 1. November auf unserem Stand (Halle 1.2, Stand N29) auf der 38. ART COLOGNE zu sehen sein.

 

Utermann zeigt Kirchners "STATIONEN"(07/04)

Die unterschiedlichen Wege, die Ernst Ludwig Kirchner im Verlauf seines Lebens beschritten hat, sind Thema der kommenden Ausstellung der Galerie Utermann. STATIONEN ist das Motto der Schau, die Arbeiten auf Papier aus den Jahren 1908 bis 1935 zeigt – entstanden in Dresden, Berlin, Fehmarn, Königstein und Davos.

Studium in Dresden, Gründung der „Brücke“
Der Bilderreigen beginnt mit einer delikaten Kreidezeichnung, Die ‚Stille Musik’ im Barockgar-ten Großsedlitz aus dem Jahr 1909. An der hiesigen Technischen Hochschule studiert Kirchner eigentlich Architektur, doch nach bestandenem Diplom wendet er sich seiner eigentlichen Berufung, der Malerei, zu. Es folgen Akte im Atelier aus „Brücke“-Jahren und eine Badeszene von den Moritzburger Teichen aus dem Jahr 1911, ein Aufenthalt, den er mit seinem Künstlerkollegen Heckel dort verbringt.

Umzug nach Berlin, Sommermonate am Meer
Der Laufende Akt (1912/13) ist wohl während seiner Sommeraufenthalte mit Lebensgefähr-tin Erna Schilling auf Fehmarn entstanden. Straße am Stadtpark Schöneberg; Innsbrucker Straße (1912) dokumentiert seinen im Vorjahr erfolgten Umzug nach Berlin. Weitere Motive aus Fehmarn belegen, dass der Künstler der Insel auch 1912 die Treue hält und dort spontane Zeichnungen architektonischer und figurativer Art schafft. Das Jahr 1915 bringt nichts Gutes; Kirchner wird zum Kriegsdienst eingezogen und gegen Ende des Jahres dienstuntauglich entlassen. Sanatoriumsaufenthalte in Königstein (1916) und Davos (1917) schließen sich an. Sie finden ihren Ausdruck in einer dichten Darstellung des Taunus-Städtchens auf gelbem Zeichenpapier.

Berglandschaft der „Reifejahre“
Der Umzug nach Davos bringt Ruhe und Natur – ungewohnt für den Künstler, der an die Hektik und den Lärm der Großstadt gewöhnt ist. Er mietet zunächst das Haus „In den Lärchen“ in Davos-Frauenkirch, später das Haus „Auf dem Wildboden“. Die Sommermonate verbringt er in einer Bauernhütte auf der Stafelalp. Endlich kann der durch die Kriegsfolgen Geschwächte gesunden. Er wendet sich neuen Themen und Motiven zu, der arbeitende Mensch und das einfache, bäuerliche Leben stehen nun im Vordergrund. Sein nervöser Berliner Zeichenstil beruhigt sich, und gerundete Linien und abstraktere Formen nehmen zu, wie anhand der Geigenspielerin aus dem Jahr 1926 und der Violinistin von 1935 gut zu erkennen ist. 1925/26 unternimmt der Künstler seine erste längere Reise nach Deutschland nach dem Krieg. Weitere Aufenthalte in Frankfurt und Berlin folgen. Mag sein, dass die Darstellung der Musizierenden dort entstanden sind; doch auch in Davos selbst führt Kirchner bis zu seinem Freitod im Jahr 1938 ein reges, mit kulturellen Erlebnissen angereichertes Leben.

Die Ausstellung befindet sich im Kontext der Ausstellung des Museums am Ostwall sowie des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte, „Ernst Ludwig Kirchner – Im Werkprozess. Zeichnungen, Aquarelle und Fotografien.“, die vom 27. Juni bis zum 5. September 2004 in der Ausstellungshalle der Dortmunder Museen (Hansastraße 3) zu sehen ist. Unser Pressegespräch findet am Freitag, 25. Juni 2004, ab 11 Uhr bzw. im Anschluss an die Pressekonferenz der Dortmunder Museen statt.

Ausstellung vom 26. Juni bis zum 4. September 2004 (Sommerpause: 27. Juli bis 14. August)
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung. 

 

Galerie Utermann auf der ART BASEL (06/04)

Arbeiten des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne sind auch in diesem Jahr das Thema der Ausstellung der GALERIE UTERMANN auf der 35. ART BASEL.

Karl Schmidt-Rottluffs „Stilleben“ aus dem Jahre 1913 gehört zu einer Schaffensphase des Künstlers, die unter dem Eindruck von Abstraktion, Vereinfachung und Vertiefung steht; die aufgewühlten „Brücke“-Jahre liegen hinter dem Künstler, nun regiert der konzentrierte Blick und die Suche nach der großen, umfassenden Form. Das Bild war ein Geschenk des Künstlers an die Familie des Schriftstellers Herbert Eulenberg (1876-1949), der seinerseits die Strömungen der Zeit mit seinen romantisch-expressionistischen Dramen begleitet hat.

Von Henry Moore sind zwei Entwürfe für Freiplastiken auf dem Stand zu sehen: „Maquette for Reclining Figure No. 2“ aus dem Jahr 1952 (Abb.) sowie eine weitere, fünf Jahre später entstandene Maquette – großartige Beispiele der abstrahierenden Figurauffassung Moores. 11 bzw. 12 Exemplare dieser Bronzen gibt es; sie kosten zwischen 69.000 und 90.000 Euro.

Das starkfarbige Gemälde Ernst Wilhelm Nays, „Furioso“ (1963), entstammt der Phase seiner sogenannten ‚Augenbilder’; über die Scheiben der Jahre zuvor legen sich (horizontal oder vertikal) spitz-ovale Spindelformen, die das Motiv des Auges bewusst in Kauf nehmen: Eine gewaltige Herausforderung an die eigentlich gegenstandslose Bildgestaltung des Künstlers, der damit nicht zuletzt die in den sechziger Jahren aufkommenden, unruhigen Zeitströmungen reflektiert.

Auf der ART BASEL ist die Galerie Utermann in Halle 2.0 an Stand N6 zu finden. Dort stehen wir Ihnen vom 16. bis zum 21. Juni täglich zwischen 11 und 19 Uhr zur Verfügung. Unsere Standtelefon-Nummer lautet 0041-61-699 50 15.

 

Utermann zeigt "Vernissage März 2004"(03/04)

Pressetermin: Mittwoch, 17. März 2004, ab 11 Uhr

Diese Ausstellung ausgewählter Werke des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne hat bei UTERMANN mittlerweile Tradition: Seit 1991 zeigt die Galerie in regelmäßigen Abständen eine Auswahl /Accrochage hochwertiger Exponate aus dem Galerieprogramm.

Das Motiv der Badenden und Akte in der Natur sind ein geläufiges Thema im Schaffen der Expressionisten. Einige Werke mit diesem Sujet finden sich in der diesjährigen „Gruppenausstellung“: Feiningers „Schiffe und Sonne“ aus dem Jahr 1949, ein vergleichsweise großformatiges Aquarell aus der New Yorker Zeit des Künstlers, vereint das gesamte motivische Arsenal seiner Strandbilder: Schoner, Segelboote, Spaziergänger. Noldes „Badende“ (um 1920/30) wiederum sind eine Rarität, weil das Werk eine der wenigen Darstellungen des Künstlers ist, in der das Meer nicht die alleinige Hauptrolle spielt. Seine unbekleideten Schwimmer in der aufgewühlten See können daher als Reminiszenz an den Themenkreis der „Brücke“-Künstler gesehen werden.

Im Bereich der Kunst der Klassischen Moderne gibt es ebenfalls Neues zu entdecken: Ein kleinformatiges Nagelbild von Günther Uecker, „Feld“ (1997), ist eine typische Arbeit des in Düsseldorf lebenden Künstlers. Werke von Horst Antes und Emil Schumacher runden das Angebot ab. Antes’ Fassadenbilder sind einerseits eine Fortentwicklung seiner Häuser-bilder; die Gebäudefronten lösen sich auf und geben den Blick frei auf die zugrundeliegende, unterschiedlich komplexe Struktur der Bauwerke. Es gibt diese Gitterbilder allerdings schon seit Ende der achtziger Jahre, sie bestehen also gleichberechtigt neben den „richtigen“, d.h. geschlossenen Häuserbildern. Das Hin und Her zwischen Bildvorder- und -hintergrund macht einen großen Reiz dieser Bilder aus; kaum kann der Betrachter aus-machen, ob er ein zwei- oder dreidimensionales Objekt vor sich hat. Farbige Sprengsel legen sich noch auf die Gitterstrukturen der Häuser, als schwebten sie vor dem dargestell-ten Objekt. Bei „Haus schwarz auf weiß linear“ liegt der Gedanke an ein Schneegestöber nahe.

Die Ausstellung läuft vom 13. März bis zum 30. April 2004.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung.

 

Nora Wiegmann zeigt Alten Schmuck (11/03)

Pressetermin: Freitag, 7. November 2003, 11 bis 13 Uhr

Erlesene Schmuckstücke, vorwiegend aus der Zeit von Ende des 18. Jahrhunderts bis 1940, zeigt Nora Wiegmann-Thomae vom 8. bis 15. November 2003 in den Räumen der Galerie Utermann. Zu den herausragenden Stücken der Ausstellung gehört diesmal eine goldene Kette mit 15 Elefanten aus feinstem Jade geschnitzt, wohl England 20er Jahre; hervorzuheben ist außerdem eine Brosche in Form eines Hundekopfes aus 18 ct. Gold, verziert mit Rosendiamanten sowie ein goldener Anhänger in Form einer Hand: Er ist zusätzlich mit grünem Jaspis und Diamanten verziert und stammt aus England (um 1820). Zum Angebot gehören außerdem eine Reihe außergewöhnlicher Ringe und Ohrringe, sowie ausgefallener Modeschmuck aus den 20er bis 40er Jahren sowie extravagante Kleinobjekte in Silber und Glas.

Nora Wiegmann-Thomae beschäftigt sich bereits seit über 20 Jahren mit dem Handel mit Altem Schmuck; in der Galerie Utermann stellt sie zum neunten Mal aus. Darüber hinaus ist sie seit Jahren auf der Westdeutschen Kunstmesse in Köln sowie auf Fachmessen in München und Düsseldorf vertreten.

Achtung – für die Dauer der Schmuckausstellung gelten geänderte Öffnungszeiten:
Die Galerie hat ausnahmsweise auch am Montag (10 bis 18 Uhr) und am Samstag verlängert (10 bis 16 Uhr) geöffnet!

 

Galerie Utermann auf der 37. Art Cologne (10/03)

Zur 37. ART COLOGNE wird die Galerie Utermann an  Stand 29 in Halle 1.2 Werke von Fritz Winter, Emil Schumacher und Horst Antes (aus dem Bereich der Kunst der Klassischen Moderne) zeigen; der zweite Teil der Ausstellung wird sich der Kunst des Deutschen Expressionismus widmen: Arbeiten von August Macke und Emil Nolde (u.a.) bilden hier den Schwerpunkt.

Aus dem Werk Horst Antes’ wird eine großformatige Stahlskulptur zu sehen sein: Sein „Spaltkopf“ aus dem Jahre 1975/76 ist ein imposantes Beispiel Stahlskulpturen – ein Riesenkopf (169 x 212 x  40 cm)  aus Corten-Stahl und Chrom-Nickel-Stahl, in seiner Scheibenhaftigkeit jedoch sehr wohl erinnernd an seine Herkunft aus den Bildräumen des Malers: „Mit der Umsetzung der Antes’schen Bildmotive ins Plastische geht ihre Steigerung ins Monumentale einher.“ (Willy Rotzler, 1970). Der Corten-Stahl, der Hauptanteil des Kopfes, hat die Eigenschaft, „sympatisch“ zu altern, also eine volltonig rostfarbene Patina anzusetzen, die das Material nicht schädigt. Der Chrom-Nickel-Stahl dagegen bleibt blank, unberührt von der verstreichenden Zeit, darin blitzen die intarsienartigen Einlagerungen wie Gedankenkürzel des Gehirns. Die von uns gezeigte „Variante B“ unterscheidet sich nur geringfügig (Spalt und Kinn) von der ursprünglich für den Neubau der Universität Karlsruhe geschaffenen Auflage (jeweils drei Exemplare).

Aus dem Bereich der klassischen Moderne ist Emil Noldes „Doppelbildnis“ aus dem Jahre 1920 zu erwähnen, ein figürliches Aquarell aus einer seiner stärksten Schaffensperiode. August Mackes „Spaziergänger im Park“ (1914) ist eine der schönsten Kohlezeichnungen, die die Galerie jemals anbieten konnte. Sie wurde erstmals im Jahre 1986 in der Ausstellung zu Mackes 100. Geburtstag gezeigt und fand nun den Weg zurück in den Bestand der Galerie.

 

Fritz Winter

Bilder aus den 60er Jahren (09/03)

Anlässlich unseres 150-jährigen Galeriejubiläums, das wir im September begehen, zeigen wir eine Ausstellung ausgewählter Werke von Fritz Winter. Die Werke, die wir hierfür ausgewählt haben, stammen vorwiegend aus den 60er Jahren – eine Phase, die zu den stärksten des Künstlers zählt. Malerisch kann man in diesen Bildern ein uneingeschränktes Primat der Farbe ausmachen – sie ist mitunter der hauptsächliche Gestaltungswert.

Im Jahre 1961/62 tauchen in bunter Vielfalt über- und voreinander schwebende Rechtecke auf, die zum Rand hin ausfasern oder sich verschwimmend aufzulösen scheinen; sie bilden zunächst ein geschlossenes Bezugssystem, das sich erst ab 1963 zu lockern beginnt. Der Künstler kehrt zur Trennung von Bildhintergrund und davor schwebenden Formen und Farbflächen zurück. Insgesamt stellt sich durch den pastosen Farbauftrag und die leuchtende Farbigkeit ein plakativ-flächiger Eindruck ein. Die Bilder dieser Jahre wirken weich und, hinsichtlich des Farb- und Formenbestandes, beruhigt.

Die ausgestellten Werke stammen aus der Münchner Fritz Winter-Stiftung. Mit dieser arbeitet die GALERIE UTERMANN seit mehreren Jahren intensiv zusammen.

 

150 Jahre Galerie Utermann (09/03)

Am 21. September 2003 feiert die Galerie Utermann ihr 150-jähriges Bestehen. Sie ist die älteste Galerie Deutschlands in Familienbesitz. Im Jahre 1853 von Wilhelm Utermann gegründet, leitet sie heute in der 4. Generation Wilfried Utermann (seit 1970). Mit dem Handel von Kunst des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne hat sie sich in den letzten drei Jahrzehnten einen Namen in der internationalen Kunstwelt gemacht.

Aus Anlass dieses Jubiläums erscheint ein Buch über die Galerie Utermann. Ottfried Dascher schreibt den historischen Teil, Kunst und Gesellschaft in Dortmund und die Galerie Utermann 1853 – 1945. Wilfried Utermann schildert die von ihm gestalteten drei Jahrzehnte Kunsthandel in einem Gespräch mit Wibke von Bonin.

Gern schicken wir Ihnen ein Vorausexemplar des Buches zu, sobald es fertig ist. Einstweilen möchten wir Sie für Mittwoch, den 17. September um 13 Uhr zu Gesprächen und einem Pressemittagessen in unsere Galerie einladen. Außerdem werden dort ausgewählte Werke von Fritz Winter zu sehen sein.

 

Galerie Utermann auf der ART BASEL (06/03)

Auch in diesem Jahr stellt die Galerie Utermann auf der Art Basel wieder Werke des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne aus.

An unserem Messestand N6 (Halle 2.0) werden wir unter anderem so hochkarätige Werke wie das Pechstein-Gemälde „Feuchter Tag“ (1919) zeigen. Der Künstler hielt sich mehrfach an der Kurischen Nehrung auf und schuf dort Werke kraftvoller Lebensfreude: „Mein Gehirn ist nur mit Bildern gefüllt und jagt mich eine Idee des zu Malenden von einem Ort zum anderen“. Das vermutlich im Jahre 1910 entstandene Pechstein-Bild „Zwei liegende Mädchen“ (rückseitig „Tulpenstilleben mit geschnitzter Figur“, 1914) war seit Jahrzehnten in Privatbesitz und wird nun zum ersten Mal im europäischen Kunsthandel gezeigt.

Horst Antes ist mit neuen Bilder sowie Stahlskulpturen am Stand der Galerie Utermann vertreten: Die „Fassaden“ sind eine Weiterentwicklung der ‚Häuserbilder’, die im Oeuvre des in Berlin und Italien lebenden Künstlers seit den 80er Jahren vorkommen. Die Motive – wiederum Häuser – zeigen Symptome der Auflösung: Kontur und Binnenstruktur der Häuser sind eingebettet in ein Raster aus Linien; der dreidimensionale Charakter der Gebäude fällt weg zugunsten der fast pointillistischen Fläche des Bildraumes.
 
Die Galerie Utermann feiert im September diesen Jahres ihr 150-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird eine Chronik der Familien- und Firmengeschichte erscheinen. Für weitere Informationen zu den Aktivitäten der Galerie im Jubiläumsjahr erbitten wir eine kurze E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .
 
Alle Informationen im Überblick:
GALERIE UTERMANN · Halle 2.0 · Stand N6 · Stand-Telefon 0041 - 61 - 699 52 40
Weitere Informationen (auch zum Jubiläumsjahr) unter www.GalerieUtermann.de

 

Hans Kaiser (05/03)

„Umgebung gleich Raum, Beziehung gleich Anschauung.
So versuche ich, meine Bilder,
das heißt meine Beziehung zur Umwelt
immer intensiver, oder besser gesagt, einfacher zu schreiben.
Denn letztlich ist unser Tun immer Reaktion auf Raum.“
Aus einem Brief von Hans Kaiser

Die Frühjahrsausstellung der Galerie Utermann wird sich den Arbeiten des Soester Informellen Hans Kaiser widmen. Es werden nicht nur Ölgemälde und Gouachen zu sehen sein, sondern auch Fotos des Künstlers bei der Arbeit in seinem Atelier sowie ein 10-minütiger Dokumentarfilm über sein Schaffen.

Der Künstler Hans Kaiser, 1914 in Bochum geboren, von 1942 bis 1950 in Hamm ansässig, von 1950 bis zu seinem Tode (1982) in Soest, hat der hiesigen und überregionalen Kunstszene während der 60er und 70er Jahre wichtige Impulse verliehen. Mit seinem umfangreichen malerischen und zeichnerischen Werk hat er einen eigenständigen Beitrag zur Kunst der Nachkriegszeit in Deutschland geleistet. Einen weiteren und sehr wichtigen Teil seines Schaffens machten Glas- und Wandmalereien, Sgraffiti und Mosaiken im öffentlichen Raum aus, zu sehen u.a. in der Dortmunder Bonifatius-Kirche („Brennender Dornbusch“), im Soester St. Patroklus-Münster sowie in der Washingtoner St. Albans-Cathedral. 

 

"VERNISSAGE März 2003" (03/03)

Ausstellung vom 16. März bis 17. Mai 2003

Wie in jedem Jahr hat die Galerie Utermann unter dem Titel VERNISSAGE Neuerwerbungen und ausgewählte Werke des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne zu einer Ausstellung zusammengestellt. Zwei typische Macke-Zeichnungen aus den Jahren 1910 und 1912 („Mädchen mit Krug“ und „Frau bei der Kirche“) sind ebenso herausragend wie die Kirchner-Zeichnung „Königstein im Taunus“ aus dem Jahr 1916, die dem Städel in Frankfurt geschenkt wurde und dort von den Nationalsozialisten im Jahre 1937 beschlagnahmt wurde – eine großartige spontane Straßenszene des Künstlers aus seiner Zeit im Taunus.

1929 ist die „Westerholz Mühle“ von Erich Heckel, ein Dokument eines Baudenkmals nördlich von Kiel. Die rheinischen Expressionisten sind vertreten mit einem Ölbild von Helmuth Macke und einem Aquarell von Paul Adolf Seehaus. Einige Arbeiten von Christian Rohlfs bilden den Abschluss des expressionistischen Angebots. Horst Antes ist mit einer „Poggibonsi-Eisenskulptur“ aus dem Jahre 1979/80 vertreten und mit einer frühen Zeichnung („Große Figur“), die um 1965 entstanden ist.

Ein brillantes Beispiel für die 50er Jahre von Fritz Winter ist sein Ölbild „Steine“, ursprünglich in einer New Yorker Privatsammlung, und einige Arbeiten aus Papier des Künstlers. Karl Hartung ist ist mit einer 1948 entstandenen Skulptur, „Liegende mit aufgestütztem Haupt“ und der abstrakten Form „Umschlossener Raum“ von 1953 vertreten.

Die Galerie Utermann bietet ihren Kunden damit einen Überblick über das Programm ihres Hauses. Die Ausstellung wird am Sonntag, 16. März, ab 11.30 Uhr mit einer Matinee eröffnet. Alle Werke stehen ab dann unter www.GalerieUtermann.de unter „Ausstellungen“ im Netz.

 

Christian Rohlfs

"Holzschnitte Durch Übermalung zum Unikat" (02/03)

Thema der kommenden Ausstellung der GALERIE UTERMANN werden die Holzschnitte von Christian Rohlfs sein; die Galerie stellt damit einen Künstler aus, der die Tätigkeit von Wilfried Utermann von Anfang an begleitet hat: 1972 zeigte er die erste Rohlfs-Ausstellung
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Im Jahre 1908 entdeckte Christian Rohlfs die Möglichkeiten der Druck-grafik für sein Werk. Vermutlich angeregt durch die Künstler der Brücke und Emil Nolde, die dem Holz-schnitt eine Renaissance bescherten, schuf Rohlfs in den folgenden 15 Jahren insgesamt rund 185 druckgrafische Werke. Bei Rohlfs steht, neben Landschaftssujets und Tierdarstel-lungen, die Darstellung des Menschen im Vordergrund. Biblische Themen, symbolische Motive und Charakterstudien dominieren die kleinformatigen Blätter.

Christian Rohlfs besaß niemals eine eigene Drucker-presse; die Abzüge entstanden, indem er eine seiner Zigarrenkisten mit leeren Bleidosen der Ölfarbe füllte und damit Druck auf das Papier ausübte. Dadurch entstanden naturgemäß recht zarte Werke, die dann mit Lust weiter bearbeitet wurden. Für den Künstler bedeutete es ein ungeheures Vergnügen, die Holzschnitte, die er im Atelier selbst abzog, zu übermalen oder durch Einreiben der Druckstöcke mit unterschiedlichen Temperafarben zu verfremden. Er war nicht daran interessiert, große Verkaufs-Auflagen zu schaffen: Was ihn reizte, war die Veränderung des Druck-Motives durch Pinsel und Stift.

Das Medium diente dem Künstler also weniger der Vervielfältigung; die Blätter bleiben häufig Unikate, da Rohlfs die Druckstöcke nach den ersten Abzügen weiter bearbeitete, wie deren verschiedene „Zustände“ belegen. Zudem verfremdet er die fertigen Drucke durch radikale Übermalungen in dicker, schwarzer Tempera, konturiert sie mit Wasserfarben, Tusche, Feder und Kreide: Der strenge Schwarz-Weiß-Charakter des Holzschnitts wird gemildert, durch den Farbauftrag überwunden. An manchen Stellen mäßigt der Künstler die sperrig-spröden Kerbungen des Holzschnitts, an anderen hebt er sie noch hervor.

Als Rohlfs nach 15 Jahren die Arbeit in Holz wieder aufgibt, dann nicht aus erlahmendem Interesse am Medium, sondern vielmehr aufgrund seines fortschreitenden Alters. Mit den entstandenen Abzügen beschäftigt er sich weiter bis zu seinem Tode.

 

"Künstlerfreundschaften" (09/02)

„Wohl gibt es viele Menschen, die ein großes Werk vollbringen können, aber es gibt wenige, die große Werke in anderen Menschen auszulösen vermögen.“ (Hans Thuar über seinen Freund August Macke)

„Künstlerfreundschaften“ sind das Thema der kommenden Ausstellung der GALERIE UTERMANN. Die Ausstellung, die vom 24. September bis zum 26. Oktober läuft, zeigt Werke expressionistischer Künstler sowie Künstler der Klassischen Moderne, u.a. von Schmidt-Rottluff, Heckel, Pechstein, Rohlfs und Nolde, Feininger, Winter und Ritschl. In der Gegenüberstellung von Werken befreundeter Künstler werden enge persönliche Bindungen, aber auch die gegenseitige Wertschätzung deutlich. Insbesondere am Beispiel der brücke“-Jahresmappen, von denen die Galerie die kompletten Folgen von 1909 bis 1912 präsentieren kann, manifestiert sich das gemeinsame künstlerische Wollen und Schaffen. Die Ausstellung wird ergänzt durch ausgewählte Fotos und Zitate, die die Beziehungen der Künstler untereinander belegen und illustrieren.

Die GALERIE UTERMANN nimmt mit dieser Ausstellung auch an der zweiten Dortmunder Museumsnacht am 28. September 2002 teil. In dieser Nacht werden wir von 16 bis 2 Uhr geöffnet haben und – falls gewünscht – stündlich durch unsere Ausstellung führen.

Ausstellungsdauer: Dienstag, 24. September bis 26. Oktober 2002

 

Lyonel Feininger: "unterwegs skizziert" (07/02)

Aus dem Besitz der Familie von Lyonel Feininger konnte ich zahlreiche Skizzen und Zeichnungen erwerben. Mit der Ausstellung „unterwegs skizziert“ schlagen wir sozusagen das Tagebuch des Künstlers auf. Feininger warf mit schnellem Strich Landschaften, Architektur und figürliche Szenen aufs Papier und setzte diese häufig im Atelier in andere Techniken um.

Das Museum Ludwig hat im Jahre 1994 in einer umfangreichen Ausstellung diese sogenannten „Naturnotizen“ gewürdigt und damit die künstlerische Bedeutung dieser spontanen Naturerlebnisse hervorgehoben. Es freut mich, in unserer Dortmunder Ausstellung insgesamt 40 Zeichnungen und Aquarelle dieses bedeutenden Künstlers zeigen zu können.

Öffnungszeiten: Dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr.
Die Ausstellung läuft vom 9. Juli bis zum 10. August 2002.

 

Emil Schumacher: Ölbilder und Gouachen (05/02)

Emil Schumacher wäre im Sommer dieses Jahres 90 Jahre alt geworden.
Aus diesem Anlass zeigt die Galerie Utermann vom 7. Mai bis zum 22. Juni 2002
Ölbilder und Gouachen des großen deutschen Künstlers.

Das früheste Werk in der Ausstellung ist 1963 entstanden und trägt den Titel „Drunsel“. Es belegt die um 1960 sich ankündigende und später immer mehr zunehmende  Verselbständigung der Lineamente.
Die beiden großformatigen, kraftvollen Kompositionen „Salos“ aus dem Jahr 1976 und „Boras“ von 1984 stehen beispielhaft für jene Arbeiten, die von einer Leidenschaft für alles Erdhafte und Kreatürliche durchdrungen sind und Emil Schumacher berühmt gemacht haben.

Die ausgestellten Gouachen sind in den 90er Jahren im Engadin entstanden, wo Schumacher in den späten Jahren ein glückliches Refugium gefunden hatte. Über diese Schaffensperiode schreibt Werner Schmalenbach: „Immer spricht man bei Emil Schumacher von Kraft. Zu Recht. Aber es gibt auch anderes: das Spielerische, eine gelegentliche Grazie, eine besonders in den späten Jahren aufkommende Heiterkeit. (...) Die Erde ist in seinen Bildern immer präsent. Die Natur, die Land-schaft sogar, obwohl er natürlich kein Landschaftsmaler war.“
 
Öffnungszeiten: Dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr.
Die Ausstellung läuft vom 7. Mai bis zum 22. Juni 2002

 

VERNISSAGE Februar 2002 (02/02)

Ab sofort bis zum 6. April zeigt die Galerie Utermann ausgewählte Werke der Kunst des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne. Damit setzt sie auch in diesem Jahr eine Reihe fort, die besondere Arbeiten aus dem Bestand der Galerie präsentiert. Die Kunstwerke werden jedoch nicht nur in den Räumen der Galerie ausgestellt, sondern auch in einem soeben erschienen Katalog (€ 10,--) gewürdigt.

In der Ausstellung befinden sich Werke von Horst Antes, Willi Baumeister, Max Beckmann, Lyonel Feininger, Karl Hartung, Erich Heckel, Max Kaus, Ernst Ludwig Kirchner, Käthe Kollwitz, Emil Nolde, Christian Rohlfs, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Winter.

Von Emil Nolde findet sich ein kleines Aquarell, „Drei Figuren“, das der Künstler ursprünglich seinem ersten, selbstverfassten Buch beigegeben hatte, das 1931 erschien (Emil Nolde, „Das eigene Leben“). Von Ernst Ludwig Kirchner gibt es großformatige, herrlich spontane Kreidezeichnungen zu sehen, auf denen er unter anderem das mit ihm befreundete Schwesternpaar Gerda und Erna Schilling darstellt.

Auch Lyonel Feininger ist in der Ausstellung mit Aquarellen vertreten; ein besonders eindruckvolles Zeugnis seiner beginnenden politischen Verfolgung ist mit Sicherheit der handgeschriebene Geburtstagsgruß an Paul Klee aus dem Jahre 1934, in dem er seinem Freund und Malerkollegen „möglichst frohe Zuversicht“ wünscht. Ein Abdruck des Briefes liegt dem Katalog lose bei.

Die „Afrikanische Landschaft“ des deutschen Malers und Graphikers Willi Baumeister ist eines der herausragenden Werke des Kataloges. Das ungegenständliche Werk, dessen Elemente wie zeichenhafte Symbole einer fremden Kultur wirken, entstand im Jahre 1942. Arbeiten wie diese trugen letztlich dazu bei, dass der Künstler unter den Nationalsozialisten als verfemt galt und seinen Beruf als Lehrer an der Frankfurter Kunstschule aufgeben musste.

Mit Ölgemälden und Skulpturen von Horst Antes schlägt die Ausstellung den Bogen zur zeitgenössischen Kunst. Die aus einer amerikanischen Privatsammlung stammenden „Schwarze Figur mit 5 gestreiften Punkten“ (Öl auf Leinwand, 1968) des Karlsruher Künstlers weist noch einen der für ihn ehemals typischen Kopffüßler auf, der heute aus seinem Werk verschwunden ist.

Öffnungszeiten: Dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr. Die Ausstellung läuft ab sofort bis voraussichtlich 6. April 2002; Katalog: € 10,--.

 

Max Kaus: Ölbilder und Arbeiten auf Papier (10/01)

Am 11. März diesen Jahres wäre Max Kaus 110 Jahre geworden. Die Galerie Utermann nimmt dieses Jubiläumsjahr zum Anlass, Werke des Künstlers aus allen Schaffensphasen zu einer um-fangreichen Schau zusammenzustellen: Frühe Selbstbildnisse, expressionistische Ölbilder und Graphiken, Blumenstücke und späte Figuration – die Ausstellung zeichnet mit wichtigen Expo-naten das langjährige künstlerische Schaffen des Berliner Malers und Graphikers nach. Bei der Dortmunder Ausstellung werden auch bislang ungezeigte Werke aus dem Nachlass des Künstlers zu sehen sein.

Seine „eigentliche künstlerische Ausbildungszeit“ erfährt Kaus durch Erich Heckel, den er als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg kennen lernt. Kaus’ Expressionismus erreicht seinen Höhepunkt um 1920, einige Jahre nach seiner Rückkehr nach Berlin. Zu dieser Zeit pflegt er u.a. mit Karl Schmidt-Rottluff und Otto Mueller von der Künstlergemeinschaft „Die Brücke“, die er in der Freien Sezession trifft, regen Kontakt. Der Übergang zum späten Expressionismus vollzieht sich ab Mitte der 20er Jahre. Durch die Heirat mit der Porzellanmalerin Gertrud Kant tritt „Turu“ als bevorzugtes Motiv in sein Schaffen.

Wie die „Brücke“-Künstler, so beschäftigt auch er sich mit dem Thema der 'Badenden', kommt aber zu ganz eigenständigen Ergebnissen. Ab Mitte der 30er Jahre dominieren Landschaftsbilder sein Oeuvre, was nicht zuletzt als Reaktion auf die nationalsozialistischen Repressalien zu verste-hen ist. 1937 werden trotzdem zahlreiche seiner Werke aus Museen und Ausstellungen beschlag-nahmt, ein Jahr später muss er seine Lehrtätigkeit an der Staatsschule Berlin aufgeben. Die lange Krankheit und schließlich der Tod seiner Frau im Jahre 1944 regt ihn zu einer ergreifenden Gra-phikfolge, dem „Turu-Zyklus“, an.

In den Stillleben der 40er Jahre zeigt sich Kaus wiederum als leidenschaftlicher Kolorist; dabei wird er jedoch nie abstrakt, und seinen Bildern liegt stets ein Natureindruck zugrunde. Sein Nachkriegs- und Spätwerk gliedert sich in vier Bereiche; Kaus verarbeitet hier vor allem Eindrü-cke, die er von den – häufig gemeinsam mit seiner dritten Ehefrau, der Tänzerin Sigrid Reinke – unternommenen Reisen an die Nordsee und in den Mittelmeerraum mitbringt: Die Nordseebil-der mit ihren Dünen, Deichlandschaften und Wattenmeeren, die Rombilder mit Impressionen von Ruinen und Architektur, Venezianische Impressionen (Fassaden und Wasserspiegelungen, ab Mitte der 60er Jahre), sowie die späten Figurationen und Blumenstücke.

Zum Pressetermin am Dienstag, 2. Oktober, ab 11 Uhr laden wir Sie herzlich in unsere Galerieräume ein.

 

Neues im Galeriegarten: Skulpturen von Ingo Ronkholz (05/01)

Rechtzeitig zum Sommerbeginn wechseln die Exponate im Garten der Galerie Utermann: Nach der erfolgreichen Antes-Ausstellung zeigt Wilfried Utermann ab 16. Mai 2001 Stahlplastiken und Bronzen des Krefelder Künstlers Ingo Ronkholz. Die Vernissage findet am Eröffnungsabend ab 18 Uhr statt; alle Kunstfreunde sind zu “Brot und Wein“ in die Galerie-Räume und insbesondere den Garten eingeladen.

Zusätzlich zu den Skulpturen im Garten werden im Ausstellungsraum Papier-Arbeiten des Graubner-Schülers zu sehen sein – mehrlagige Blätter mit Ein- und Ausschnitten, dick mit Ölfarbe bestrichen. Ebenso wie die Skulpturen scheinen sie die Spannung zwischen Gegenstand und dem umgebenden Raum zu thematisieren: Durch die vorder- und rückseitig aufgetragene Ölfarbe und die Möglichkeit des Durchblickens auf tiefer liegende Blattschichten entfalten sich im Bildraum Körper von dreidimensionaler Qualität.

Die Skulpturen werden den ganzen Sommer über im Garten zu sehen sein; die Arbeiten auf Papier in der Galerie können bis zum 30. Juni betrachtet werden.

Zum Pressetermin am Montag, 14. Mai 2001 um 11 Uhr, bei dem der Künstler anwesend sein wird, laden wir Sie herzlich ein.

 

Galerie Utermann zeigt Künstlerplakate (01/01)

Mit einem Ausflug in die Welt der Plakatkunst beginnt die Galerie Utermann den diesjährigen Ausstellungsreigen. Ab Samstag, den 27. Januar 2001, werden hier die unterschiedlichsten Motive aus der Zeit des Jugendstils, der Sezession und des Deutschen Werkbundes zu sehen sein.

Gemeinsam ist allen Plakaten übrigens die inhaltliche Komponente: Es handelt sich ausnahmslos um Ausstellungsankündigungen, die – mal in üppigen, erzählerischen Szenen, mal in schlichten, klaren Typografien – für die Kunst werben. Gestaltet wurden sie meist von den ausstellenden Künstlern selbst, darunter Oskar Kokoschka, Hermann Max Pechstein, Franz von Stuck und Max Oppenheim, die damit gleichsam „Reklame in eigener Sache“ machten. Zugleich stellen die Werbeträger eine kleine Stilkunde ihrer jeweiligen künstleri-schen Epoche dar: Deutlich unterscheidet sich der reich ornamentierte Jugendstil eines Franz von Stuck von dem expressionistisch verzerrten Menschenbild eines Kokoschka.

Von den meisten Plakaten existieren nur noch wenige Einzelexemplare, obwohl sie in – für die damalige Zeit – vergleichsweise hohen Auflagen gedruckt wurden, nämlich ein- bis zweihundert Exemplare. Der Großteil folgte jedoch jeweils seiner natürlichen Bestimmung: Er verwitterte an den Litfasssäulen und Plakatwänden, um die Menschen auf der Straße über aktuelle Ausstellungen zu informieren. Heute hängen die Werbeträger selbst in der Galerie – das Hinweisschild wurde zum Kunstwerk.

Der Pressetermin zur Plakatausstellung findet am Donnerstag, den 25. Januar 2001, ab 11 Uhr in der Galerie statt.

 

Galerie Utermann auf der 34. ART COLOGNE (11/00)

Auf der diesjährigen Kunstmesse in Köln zeigt die Galerie unter anderem Werke aus dem Nachlass des Malers Fritz Winter. Winter, der gemeinsam mit Baumeister und Nay nach 1945 an die Vorkriegsmoderne anschließt und die Bauhauslehre von Klee und Kandinsky weiterführt, ist einer der großen Künstler der Klassischen Moderne. Die in Köln gezeigten Bilder sind allesamt Mitte der 50er Jahr entstanden, groß, starkfarbig und dicht in der Komposition.

Den Werken Fritz Winters werden auf dem Messestand abstrakte „Kompositionen“ des Wiesbadener Künstlers Otto Ritschl (1885-1976) gegenüber gestellt. Die Hängung spiegelt die Fakten wider: Ritschl kannte Winters Arbeit und setzte noch 1932, kurz vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, eine Ausstellung ungegenständlicher Malerei im Wiesbadener Kunstverein durch. Im Gegensatz zu Winters pastosem, expressivem Farbauftrag nehmen sich die späten Ritschl-Arbeiten, die aus den Jahren 1963 bzw. ’69 stammen, durchscheinend und sublim coloriert aus.

Ein weiterer Teil des Messestands wird sich dem anderen Schwerpunkt der Galeriearbeit, der Kunst des Deutschen Expressionismus, widmen. Mit Ölbildern, Aquarellen und Graphik von Karl Schmidt-Rottluff ist ein wichtiger Vertreter der Brücke-Künstler zu sehen. Herausragend ist beispielsweise die Graphik-Mappe (1918), in der Schmidt-Rottluffs traumatische Kriegserlebnisse ihren künstlerischen Ausdruck finden. Die Galerie Utermann ist in der glücklichen Lage, die vollständige Folge der zehn Holzschnitte zeigen zu können. Zudem sind die schönen, kräftigen Abzüge in einem ausgezeichneten Erhaltungszustand. Arbeiten von Christian Rohlfs, Emil Nolde, Ernst-Ludwig Kirchner und Lyonel Feininger, runden das Angebot der Galerie ab.

Auch die zeitgenössische Plastik hat ihren Platz auf dem Messestand: Die filigranen „Interieurs“ von Horst Antes dienen als Hinweis auf weitere, im Dortmunder Skulpturengarten der Galerie noch bis Ende des Jahres ausgestellten, Antes-Objekte. Die aus einem Stahlblech herausgeschnittenen Skulpturen (Foto) sind flach wie ein Buch, mit einer Vorder- und Rückseite; in dem schmalen Raum dazwischen bringt der Künstler seine „Skulpturen in der Skulptur“ unter. In den mehrheitlich aus den Jahren 1979/80 stammenden Arbeiten hat der Künstler – einer Inventarisierung ähnlich – das gesamte „antes-typische“ Mobiliar versammelt: Hier mischen sich Symbole aus der indianischen Kultur (Schlange, Feder, Gebetsstab), mit der der Künstler sich seit Jahren auseinander setzt, mit archetypischen Gegenstände: Leitern, Blumen, Figuren, Hände, Reifen und Stäbe.

Für die Dauer der Messe ist die Galerie Utermann auf dem Stand B12 in Halle 1.2 täglich zwischen 11 und 19 Uhr unter der Telefonnummer 0221/284 66 26 zu erreichen.

 

Karl Schmidt-Rottluff: Ölbilder, Aquarelle, Holzschnitte (10/00)

Horst Antes zählt unbestritten zu den bedeutendsten Künstlern der Nachkriegszeit. Sein Werk findet auf institutioneller sowie privater Ebene höchste Anerkennung. Die wissenschaftliche Erarbeitung eines ganzen künstlerischen Lebens ist nur wenigen Künstlern beschieden. Horst Antes malerisches Schaffen der Jahre 1958 bis 2008 wird in einem 10-bändigen Werkverzeichnis veröffentlicht. Der Swiridoff Verlag, Künzelsau hat den Band 6 mit Bildern, die zwischen 1984 bis 1987 in Karlsruhe, Berlin und Italien entstanden sind fertig gestellt.

Anlässlich der Vorstellung des sechsten Bandes widmet die Galerie Utermann dem Künstler eine Ausstellung (31. Mai. - 25. Juni 2011) mit einer Auswahl von Bildern aus derselben Schaffensperiode.

Die achtziger Jahre gelten im Werk von Horst Antes als wichtige Umbruchphase. Seine berühmte "Kunstfigur" weicht sukzessive den reduzierten Häuser-Darstellungen. Wie kein zweites Motiv steht der "Kopffüßler" in der Kunstgeschichte für den Aufbruch der neuen figurativen Malerei in der deutschen Nachkriegszeit. Konsequent bearbeitet Antes seine Figur, in welche er seine hohen moralischen Vorstellungen und Empfindungen zu gesellschaftlichen Themen manifestiert. Mit dem Beginn des Falklandkrieges 1982 zwischen Großbritannien und Argentinien kommt die Zäsur. Der Künstler sieht sich durch die militärische Auseinandersetzung zweier "aufgeklärter westlicher" Nationen desillusioniert!
Er wendet sich vom menschlichen Motiv seiner "Kunstfigur" ab und gelangt in einer Transformationsphase zum Sujet des Hauses. Er schafft damit ein Gleichnis archaischer sowie aktueller menschlicher Bedürfnisse. Das Haus spendet Schutz, ist Ausdruck von Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, ist zivilisatorisch und verkörpert Sesshaftigkeit. Die kritische Auseinandersetzung mit seiner Umwelt zeigt sich auch in den Tiermotiven in seinen Bildern. Sie gelten als unschuldig und mahnen den Betrachter vor dem destruktiven Verhalten des Menschen.
Über die Jahrzehnte entwickelt Horst Antes eine vielfältige Zeichensprache, mit welcher er seine Umwelt malerisch virtuos beschreibt.

Horst Antes lebt und arbeitet in Sicellino, Italien.

 

Horst Antes - Skulpturen im Garten der Galerie (09/00)

Schlange, Leiter Reifen und immer wieder Köpfe – es sind unverkennbar Skulpturen von Horst Antes, die vom 19. September an bis Ende Dezember im Garten der Galerie Utermann zu sehen sind. Parallel dazu vervollständigt eine Präsentation von 8 „Interieurs“ des in Karlsruhe, Berlin und Sicellino lebenden Künstlers im Inneren der Galerie das außen Gezeigte.

Bezüglich ihres Materials stellen die Dortmunder Arbeiten eine Weiterentwicklung seiner früheren, starkfarbig bemalten Stahlblechskulpturen dar; ihre Oberflächen aus Corten-Stahl haben die Eigenschaft, „sympathisch“ zu altern, d.h. sie sind mit einer volltonigen, rostfarbenen Patina überzogen, die zugleich filigrane Elemente, Einkerbungen und Strukturen erkennbar bleiben lässt. In Poggibonsi, einem kleinen toskanischen Städtchen in der Nähe von Siena, stieß Antes auf das geeignete Material für seine Arbeiten: 25 cm starke Stahlplatten, aus denen er mittels eines elekt-ronischen Schneidbrenners die von ihm vorgegebenen Konturen ausbrennen lässt.

Die kleineren Interieurs sind flach wie ein Buch, mit einer Vorder- und Rückseite; in dem schmalen Raum dazwischen bringt der Künstler seine „Skulpturen in der Skulptur“ unter. Anders als bei der Malerei ist nicht immer die Vorderseite die wichtigere. Der Künstler wollte keine ein-fache Silhouette schaffen, Volumen und Innenraum der Skulptur sollen dem Betrachter Platz bieten für dessen visuellen Erkundungsgänge. In den mehrheitlich aus den Jahren 1979/80 stammenden Arbeiten hat der Künstler – einer Inventarisierung ähnlich – das gesamte „antes-typische“ Mobiliar versammelt: Sehr präsent sind Symbole aus der indianischen Kultur, mit der sich Antes seit mehreren Jahren auseinander setzt: Schlange, Feder, Gebetsstab und das an einen Stufengiebel erinnernde Wolkensymbol Tableta tauchen in seinen Arbeiten fast unverwechselbar auf. Ihnen an die Seite stellt der Künstler archetypische Gegenstände: Leitern, Blumen, Figuren, Hände, Reifen und Stäbe.

Ebenso wie die Interieurs sind auch die größeren Außenskulpturen – allesamt Köpfe – belebt. Gedanken und Vorstellungen ähnlich, finden sich hier ebenfalls Figuren und Symbole. Antes sagt dazu: „Im Kopf kann alles passieren, aber der Kopf schützt auch den Menschen. (...) Es handelt sich um das Leben in meinem Kopf.“

Zum Pressetermin am Freitag, 22. September 2000 zwischen 11 und 13 Uhr laden wir Sie herzlich in unsere Galerie ein.

 

Galerie Utermann auf der ART 31 BASEL (06/00)

Mit einem hochwertigen Angebot von Kunst des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne präsentiert sich die Dortmunder Galerie Utermann auf der diesjährigen ART 31 BASEL, die am 21. Juni 2000 beginnt. Ein Schwerpunkt der Ausstellung wird bei Werken des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff liegen.

Am Stand der Dortmunder Galerie wird unter anderem Schmidt-Rottluffs "Ernte", ein herausragendes Aquarell aus den Jahren um 1921, zu sehen sein. Die großformatige und äußerst starkfarbige Arbeit aus einer der wichtigsten Schaffensperioden des Künstlers stellt nicht zuletzt aufgrund ihres sehr guten Erhaltungszustandes eine Rarität dar. Herausragend ist eine Mappe mit Holzschnitten Schmidt-Rottluffs. Diese wurden im Dezember 1918 für den Kurt Wolff-Verlag in 75 nummerierten Exemplaren auf Bütten abgezogen und vom Künstler signiert. Schmidt-Rottluff schuf die Folge religiöser Blätter nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg.

Mit ausgewählten Werken von Horst Antes und Abraham David Christian wiederum sind wichtige Positionen der Gegenwartskunst vertreten. Die Datumsbilder des abwechselnd in Berlin, Karlsruhe und Sicellino (Italien) lebenden Antes haben einen fast tagebuchartigen Charakter: dem Verschwinden der Vergangenheit setzt der Maler ein formales Äquivalent entgegen – verstreichende Zeit, im Bild fassbar gemacht durch viele Schichten von Ölfarbe, die eine Abfolge von Daten bilden und sich dabei gegenseitig überlagern und durchdringen.

Arbeiten von Abraham David Christian aus den Jahren 1984 bis 1995 bilden das Angebot an zeitgenössischer Bildhauerei. Zu sehen wird unter anderem eine kreisförmig gewundene Bronze-Spirale aus der Gattung der "Interconnected Forms" sein, denen sich der Künstler seit Beginn der 90er Jahre widmet.

Die Galerie Utermann ist auf der ART BASEL in Halle 2.0 am Stand U03 zu finden und kann dort unter der Rufnummer 0041-61-6995240 täglich zwischen 11 bis 19 Uhr erreicht werden.

 

Ausstellung Franz Hubmann (03/00)

Unter dem Titel "Künstler - gesehen von Franz Hubmann" werden in der Dortmunder Galerie Utermann vom 22. Februar an rund 50 Künstlerporträts des österreichischen Fotografen aus der Sammlung Klewan zu sehen sein.

Zur Presse-Vorbesichtigung am Freitag, 18. Februar 2000 laden wir Sie herzlich ein.

Von Arp über Beuys bis Zadkine - Hubmann porträtierte die Pioniere der Modernen Kunst, um Ihnen als ihr Zeitgenosse ein Denkmal zu setzen. Die so entstandenen Bilder - Hubmann erschien fast immer unangemeldet in den Ateliers der Künstler - wirken selten inszeniert, sondern zeugen unmittelbar von der Spontanität und Direktheit des Hubmannschen Besuchs.

Hubmanns Arbeitsweise gehorcht denselben Regeln wie die des "Meisters der Augenblicks-Fotografie", Henri Cartier-Bresson - auch zu einem Hubmann-Porträt braucht es psychologisches Gespür, den "entscheidenden Moment" und den richtigen Kamerastandort. Das Gros der in der Ausstellung gezeigten Fotos entstand in den 50er Jahren in Wien und Paris. Mit seinen Fotos gelang es Hubmann, den Aufbruch der Moderne in den Gesichtern der porträtierten Künstler festzuhalten.

Zu der Ausstellung ist ein Buch mit einer umfangreichen Dokumentation des Hubmannschen Fotoarchivs erhältlich. Die Ausstellung läuft bis zum 25. März in der Silberstraße 22, 44137 Dortmund (Mo.-Fr. 10-18 Uhr, Sa. 10-14 Uhr und nach Vereinbarung).

 

Ausstellung Horst Antes (12/99)

Mit der Ausstellung Horst Antes - Votive und Bilder aus den Jahren 1983 bis 1999 würdigt die Galerie Utermann zum zweiten Mal einen der wichtigsten deutschen Künstler der Gegenwart.

Horst Antes wurde bereits in den frühen 60er Jahren internationale Anerkennung zuteil. Er gehörte zu den ersten der jüngeren Malergeneration, die nach Informel und Tachismus eine neue figurative Bildwelt entwickelten, die in der Kunst nach 1945 eine wegweisende Stellung einnimmt. Entscheidende Anregungen boten Antes in seiner künstlerischen Entwicklung insbesondere rituelle Objekte außereuropäischer Kulturen.

Bei der Beschäftigung mit dem Werk von Horst Antes fasziniert immer wieder die Ernsthaftigkeit, mit der er seine Themen über jeweils lange Zeiträume erarbeitet und verdichtet hat: von der Kunstfigur zur menschlichen Figur, zu der die von Menschen gemachten Dinge treten.

Die Ausstellung zeigt Bilder aus den Jahren 1991-99, die die beiden zentralen Themen der letzten Jahre widerspiegeln: die Darstellung des Hauses sowie die Datumsbilder. Der beiliegende, von Horst Antes gestaltete Katalog enthält neben zahlreichen Farbabbildungen einen Textbeitrag von Dr. Ulrich Bischoff, Direktor der Gemäldegalerie Neue Meister, Kunstsammlungen Dresden, der auf die ausgestellten Werke eingeht.

Arbeiten des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne sind auch in diesem Jahr das Thema der Ausstellung der GALERIE UTERMANN auf der 35. ART BASEL.

Karl Schmidt-Rottluffs „Stilleben“ aus dem Jahre 1913 gehört zu einer Schaffensphase des Künstlers, die unter dem Eindruck von Abstraktion, Vereinfachung und Vertiefung steht; die aufgewühlten „Brücke“-Jahre liegen hinter dem Künstler, nun regiert der konzentrierte Blick und die Suche nach der großen, umfassenden Form. Das Bild war ein Geschenk des Künstlers an die Familie des Schriftstellers Herbert Eulenberg (1876-1949), der seinerseits die Strömungen der Zeit mit seinen romantisch-expressionistischen Dramen begleitet hat.

Von Henry Moore sind zwei Entwürfe für Freiplastiken auf dem Stand zu sehen: „Maquette for Reclining Figure No. 2“ aus dem Jahr 1952 (Abb.) sowie eine weitere, fünf Jahre später entstandene Maquette – großartige Beispiele der abstrahierenden Figurauffassung Moores. 11 bzw. 12 Exemplare dieser Bronzen gibt es; sie kosten zwischen 69.000 und 90.000 Euro.

Das starkfarbige Gemälde Ernst Wilhelm Nays, „Furioso“ (1963), entstammt der Phase seiner sogenannten ‚Augenbilder’; über die Scheiben der Jahre zuvor legen sich (horizontal oder vertikal) spitz-ovale Spindelformen, die das Motiv des Auges bewusst in Kauf nehmen: Eine gewaltige Herausforderung an die eigentlich gegenstandslose Bildgestaltung des Künstlers, der damit nicht zuletzt die in den sechziger Jahren aufkommenden, unruhigen Zeitströmungen reflektiert.

Auf der ART BASEL ist die Galerie Utermann in Halle 2.0 an Stand N6 zu finden. Dort stehen wir Ihnen vom 16. bis zum 21. Juni täglich zwischen 11 und 19 Uhr zur Verfügung. Unsere Standtelefon-Nummer lautet 0041-61-699 50 15.

 

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